Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1862)
- Article
- Jüdische Welt- und Lebens-Anschauungen
- Date
- 1862-06-01
- Page
- 442 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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442 Jüdische Welt- und Lebens-Anschauungen- V. geht nicht die Seele in Blnt auf, vielmehr geht das Blut in die Seele auf, wird von der Seele ergriffen und beherrscht, und: בשר בנפשו רמו, לא תאכלו heißt demnach Fleisch, während sein Blut noch in der Macht seiner Seele ist, sollt ihr nicht essen, b. i. eben nichts anderes, als: Fleisch, das dem Thiere vom lebendigen Leibe getrennt worden, das also vom Thiere getrennt worden, als es noch vermittelst des Blutes im Dienste der Thierseele stand. Ebenso כי נפש כל בשר דמו בנפשו הוא, dir Seele alles Fleisches ist sein von seiner Seele beherrschtes Blut. Das Fleisch ist vom Blute und das Blnt von der Seele beherrscht, somit durch das Blut das Fletsch in der Dienst- Herrschaft der Seele. p על, darum — während dem Noachidcn nur das dem noch von der Energie der Seele erfüllten Thierleib entnommene Fleisch verboten ist — ist Israel, den Söhnen dcS Priesterrcichs gesagt: ihr sollt auch schon das Blut nicht essen, selbst nicht vom getödteten Th iere, כי נפש כל בשר רמו היא, denn die Seele ist das Blut. Man merke wohl es heißt nicht רמו הוא, sondern רמו היא nicht das Blut ist die Seele, sondern die Seele ist das Blut. Alles, was das Blut wirkt, wirkt es im Dienste und als Organ der Seele, die Wirksamkeit des Blutes ist in Wahrheit die Wirksamkeit der Seele; wer daher Thierblut isst, isst ein«:: Stoff, der die unmittelbarsten Eindrücke der thierischen Seele emstfangen hatte, und der Empfänglichkeit dieser Eindrücke ganz eigentlich zugebildet war. Wenn es demnach im Satze zuvor ׳נפש הבשר ברמ היא heißt, so kann füglich dieses ב־ nur in der Bedeutung wie Jechesk. 1, 20 s. כי רוח ׳ההיה באופנים stehen, wo es offenbar den beherrschenden Einfluß des Geistes der Chaja in. die Ofannim bedeutet; wird ja in den vorhergehenden und folgenden Sätzen diese völlige Abhängigkeit der letztern von jenem Geiste der Chajoth ausdrücklich geschildert. Nur Einmal heißt es geradezu kurzweg 5 כי הרם הוא הנפש. B. M. 12, 23, das ist aber eben da, wo in משנה ההורה das Blutverbot nicht erst gegeben, sondern dessen gewissenhaft ängstliche Beobachtung durch wiederholte und wiederholte Warnungen aufs nachdrücklichste eingeschärst werden sollte, wo es daher ganz am Orte war zu sagen: sehet im Blute nicht einen indifferenten Stoff, dessen Ausnahme in den Menschenkörper gleichgültig sein könnte, כי הרם הוא הנפש, und mit dem thierischen Blute gewährt ihr auch der thierischen Seele einen Eingang in den menschlichen Leib. Zn hohem Grade bezeichnend ist der