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Jeschurun · 1862-06-01 · Heft 9 (Juni 1862) · p. 441

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 9 (Juni 1862)
Article
Jüdische Welt- und Lebens-Anschauungen
Date
1862-06-01
Page
441 (sequence 10)
Language
German
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®ln Versuch. 441 sichern und von ihr alle irrthümliche materialistische Färbung, als ob die Seele in das Mut aufgehe, mit ihm identisch oder nur eine Accidenz desselben wäre, wie die uralte und nagelneue Lüge von der Stoff- und Kraft-Lehre lautet, fern zu halten. Gegen diesen alle Sittlichkeit tödtenden, sittliche Freiheit zum Mährchen machenden Irrthum mußte sich das Gotteswort ganz besonders gerade in dem Momente verwahren, in welchem cs, den Fleisch-Genuß erlaubend, das Fleisch vom lebendigen Thiere und später auch das Blut-Essen entschieden und wiederholt untersagte, damit die נפש des Thieres nicht von der נפש des Menschen mit im Genuß htnübergenommen werde. Die Thier-Muskel —. das, der נפש gegenüber, Passtvedes Thierlei- Les —kann wohl auch Menschenleib und als solcher sodann von der Menschenseele in beherrschende Leitung genommen werde; nie aber habe sich das Aktive des Thierleibes, die Thier-Seele, mit der Menschenseele zuvereintgen. Indem nun wegen dieser Fernhaltung der Thiersccle aus dem Menschenseibe das Blut verboten wird, lag die Gefahr nahe, Blut und Seele geradezu für identisch zu halten, der Seele gar keine selbstständige Wirklichkeit zuzuerkennen, sondern sie nur höchstens für eine Modalität, eine Kraft des Bluts zu halten re., darum heißt es nicht ohne Weiteres: esset kein Blut, denn das Blut ist die Seele, כי הדם הוא!-.נפש, sondern es wird das Verhältniß sehr scharf und anders präcisirt. Schon bei dem מן הה׳ ^-Verbot der Noachiden heißt es בשר בנפשו דמו לא חאכלו. . Man pflegte hier דמו als Apposition zu בנפשו zu erklären und beides mit בשד also zu verbinden, daß es heiße: jedoch Fleisch mit seiner Seele, nämlich mit seinem Blute — welches dann freilich die völlige Jndmtität ausdrücken würde — sollt ihr nicht essen. Allein dieser Erklärung widerspricht einmal die Accentuation, die בשד entschieden von בנפשו trennt, dieses aber ebenso entschieden uiit דמו verbindet. Sie widerspricht ferner der Halacha. Es wäre dann nämlich für den Noachiden der Blutgcnuß verboten. Dem נה p ist aber Blut unverboten, ja sogar רם מן החי erlaubt (Sanhedrin 59, a). Endlich hat man den Satz 3. B. M. 17 außer Acht gelassen, wo נפש כל בשד ganz ebenso דמו בנפשו genannt wird, wie hier בנפשו דמו steht. Es ist vielmehr evident, daß das reine Verhältniß der Seele zum Blute durch דם כנפש auszudrücken ist. Blut ist nicht Seele, es steckt auch nicht die Seele im Blute, es

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