Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1862)
- Article
- Siwan
- Date
- 1862-06-01
- Page
- 428 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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428 Siwan. um ihnen das uns anvertraute Erlösungskletnod des göttlichen Gesetzes und der göttlichen Lehre zu bringen, und sie Alle mit hinein;»- locken in den prtesterltch weihenden und menschlich heiligenden Gottesbnnd, sondern um uns keck unserer göttlichen Bestimmung zu entkleiden und dafür von ihnen ״Religion", d. h. Entweltlichung des Göttlichen und Entgöttltchung des Weltlichen zu lernen, sollten unsere Synagogen in Kirchen, unsere Rabbinen in Geistliche, unser Gesetz in Glauben und Cultus umwandeln, und damit das letzte Salz verschütten, das bestimmt ist die Menschheit vor Fäulniß zu bewahren?! Hat sich denn in der That die ״verständige" Zerfällung des Lebens, die Religion und Gotteshäuser wie Hospitäler und Gefängnisse nur als ein nothwendiges Zubehör stiftet und Pflegt, und durch Verbannung des ״Religiösen" in sein Bereich das häusliche und bürgerlichen Leben ״frei" macht, hat sie sich denn in der That als beneidenswerthe Weisheit bewährt? Ist das häusliche und bürgerliche Leben besser und glücklicher, ist Verbrechen und Elend seltener unter dem Regime dieser uns empfohlenen ״Verständigkeit", als es die, in pflichttreuem ״Gehorsam gegen Gottes Gesetz und in Wahrung des Gottes-Bundes" ״priesterlich und heilig" erblühte jüdische Lebensgestaltung, unter der beispiellosen Härte eines verkümmernden und zerknickenden prüfungsvollen Geschickes, jedem unbefangenen Auge weist? Das Sinai-Fest versammelt uns alljährlich aufs Neue im Geiste um den Gottesberg, von dessen Gipfel uns das Gesetz unseres Lebens geworden. Wollte da nun unsere Zeit mit selbstgefälligem Bewußtsein zu unserm Gotte hintreten und auf die schönen Tempel und die geordneten Gottesdienste, die weihevollen Chöre, die andachtsvollen Liturgien, kurz, auf die Opfer und Altäre und den Cultuö-Dienst, die wir unserm Gotte gestiftet und dafür de» Cultus des Lebens, den Gottesdienst des Hauses, der Familie und des bürgerlichen Berufes prciögegeben, wollte unsere Zeit auf alles dies als auf Erfüllung des נעשה' ונשמע Hinweisen, dem einst die Blitze am Sinai geleuchtet und das lauter als die Donner des Horebs sich über die Welt hin vernehmbar gemacht: so schmetterte uns noch heute die Gottesstimme nieder, die durch Jeremta's Mund gesprochen: כה אמר ד׳ צבאו׳ אלקי ישראל, עלותיכם ספו על זבחיכם ואכלו בשה!׳ 3׳ לא דברתי את. אבתיכם .ולא,:צוותים ביום הוציאי אותם מארץמצרים, על דברי עולה וזבח, כי אם את הדבר הזה צזיתי אותם לאמר שמעו בקולי והייתי לבם