Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1862)
- Article
- Siwan
- Date
- 1862-06-01
- Page
- 426 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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426 Slwan. Wann? Nie! Nie, so lange wir Juden sind, nie, so lange jüdische Mütter jüdische Söhne nähren und pflegen, nie, so lange wir das Band nicht zerreißen, bas Gott mit dem Abraham geknüpft, und mit jeder Phase seiner Wallung in immer festere Knoten um alle unsere Geschlechter geschürzt! Eben gegen diese Zerklüftung des Lebens in göttlich und weltlich, geistlich und bürgerlich, gegen diese Exiltrung des Göttlichen aus Haus und Staat in Kirche und Tempel und was damit unmittelbar gegeben ist: gegen diese Entweihung, Entheiligung, Entwürdigung des ganzen wirklichen, wahrhaftigen, arbeitenden, erwerbenden, schaffenden und genießenden thätigen Lebens, eben gegen diese Entwcltlichung des Göttlichen und Entgöttlichung des Menschlichen, eben dagegen hat ja Gott sein Jakob- Haus und sein Zsraelvolk gestiftet, hat uns nicht aus Egypten erlöst und um den Sinai versammelt, auf, daß wir ihm Tempel und Altäre bauen und Geistlichkeit und Litaneien stiften sollen, hat uns erlöst und versammelt um uns sein Gesetz zu geben, um zum Muster der Menschheit ein Volk hinzustcllen, sei es auch zuerst nur ein Volk, dessen ganzes arbeitendes, erwerbendes, schaffendes und genicßendes Leben nach Gottes Ordnung gebaut, nach Seiner Weisheit geregelt, von Seinem Geiste durchweht, und unter Seiner Leitung vollendet würde; ממלכת כתנים unb גוי קדוש, ein Reich von Priestern, ein heilig Volk wollte sich Gott gestiftet haben, als er sich uns herausgriff und uns sein nannte. Nicht ein Reich, in welchem Er auch seine Tempel und seiüe Priester hätte; nicht ein Volk, das auch seine Heiligen hätte. Ein Reich, dessen jeder Bürger Priester, gotterleuchtet und gottdienend, Gotteslehre im Herzen, Gottes Gesetz vollbringend, wo jedes Haus ein Tempel und jeder Tisch ein Altar und jede Handlung deö häuslichen und bürgerlichen Lebens ein Gott verherrlichender Gottesdienst, wo die Aecker und die Wiesen, die Werkstätten und Verkehrshalleu eben so laut wie Tempel und Lehrstätten Gottes Namen predigen, wo somit der Bauer hinterm Pfluge, der Handwerker mit seinem Geräthe, der. Kaufmann mit seiner Waare, der Gelehrte mit seinen Gedanken ebenso und noch priesterlichere Priester als der Hohepriester im Gottestempel sind, dessen Allerhetligstes ja nichts anders als eben das Gesetz enthielt, das im Volksleben seiner Verwirklichung harrt. Und darum nicht ein Volk, das auch seine Heiligen hätte, sondern ein heiliges Volk, das in allen