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Jeschurun · 1862-05-01 · Heft 8 (Mai 1862) · p. 398

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Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 8 (Mai 1862)
Article
Die jüdische Realschule in ihren genetischen und cultur-historischen Beziehungen zum Judenthum und zur Gegenwart
Date
1862-05-01
Page
398 (sequence 30)
Language
German
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398 , Die jüdische Realschule re. An Wort der Verständigung. der EntwickelungsgeschichLe der Gesammtmenschheit begriffen hätten; wenn sie nicht, an den Scheideweg gestellt, hätten glauben müssen, sich in bejammernswerter Verblendung zu entscheiden zu haben: entweder theilnahmlos dem edlen Ringkampf der Geister, dem mächtigen Anlaufe in der Culturentwickelung zuschauen, , oder die Staudarte des Judenthums in den Staub sinken lassen, entweder Jude oder —Mensch; wenn statt dieses vermeintlichen Dilemmas vielmehr der erhstallene Bau ihrer geistigen Bildung von vornherein auf das leuchtende und durchstrahlende Fundament errichtet gewesen wäre: ״eben weil Jude darum um so innigeren und, wenn es fein kann, um so tätigeren Antheil an der Förderung Alles dessen, was, sei es im weiteren," sei es im sngern Kreise der Erreichung des höchsten Menschheitszieles näher bringt" — — ob dann nicht Vieles, o so Vieles ganz anders geworden wäre — — — So ergibt sich, daß selbst für die Lösung jener beschränkteren oder vielmehr beschränkender aufgefassten Ausgabe der jüdischen Schule der hebräische Unterricht nicht ausreicht, sondern dafür auf die wesentliche Mithülfe des Gesammtunterrichtes gerechnet werden, muß. Für uns jedoch gestaltet sich die Sachlage noch anders. Es dürste sich aus unserer gesammten Darstellung erwiesen haben, daß wir die Ausgabe in viel umfassenderem Sinne, in viel größerer Vertiefung gefasst, daß unser Ziel ein viel höheres ist, eine Gestaltung des GesamMtunterrichtes in . dem angedeuteten Sinne somit auch ohne jene Rücksicht uns als wesentliche Bedingung des jüdischen Charakters der Realschule, uns als einziger Weg zur Erfüllung ihrer jüdischen Aufgabe erscheint. Ihr wollt eure Kinder nur in den Stand setzen ihr indivi- Vuelles Leben den Anforderungen des Gesetzes gemäß regeln zu könn en. Ihr begnügt euch sie jüdisch handeln zu lehren — wir haben gesehen, daß auch dazu der von euch eingeschlagene Weg nicht ausreicht, ihr seid in dieser Beschränkung, um bas Wort einmal unter Vorbehalt zu acceptiren, nur halbe Orthodoxe: wir sind ganz orthodox. — Ihr begnügt Euch, sie, wie ihr meint, jüdisch handeln zu lehren, wir wollen sie auch jüdisch denken, jüdisch urtheilen, jüdisch fühlen und die konkreten Verhältnisse der Vergangenheit und Gegenwart jüdisch würdigen lehren, damit wir auch hoffen dürfen, daß sie auch einst im Leben jüdisch handeln werden. -- Wir beziehen uns in dieser Hinsicht auf das,, was wir oben S. 378 dargelegt haben. ־ .׳

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