Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1862)
- Article
- Die jüdische Realschule in ihren genetischen und cultur-historischen Beziehungen zum Judenthum und zur Gegenwart
- Date
- 1862-05-01
- Page
- 396 (sequence 28)
- Language
- German
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396- Die jüdische Realschule sc. Ein Wort der Verständigung. M nicht dieser Verlust durch das dafür um so lebendiger pulsirende j üdif ch e Geistesleben vielleicht doch einigermaßen ausgewogen wurde, — au ch von ihren Verirrungen und Verführungen bewahrt waren, in dieser Zeit der Abgeschlossenheit freilich genügte es, durch Kenntniß des Gesetzes den jüdischen Knaben zu einer gewissenhaften Gesetzestreue befähigt zu haben, um mit ziemlicher Sicherheit gewiß sein zu können, daß dem Können das Wollen, der Befähigung die Verwirklichung, dem Wissen die That nicht fehlen werde. Man durfte in dieser Beziehung ruhig der Gewöhnung vertrauen, die Erziehung zur Gesetzestreue lag, wenn uns der Ausdruck gestattet ist, in der Luft; hätten sie auch nichts gelernt und wären ohne speziell erziehende Sorgfalt herangewachsen, die jüdische Pflichttreue in Erfüllung des Gesetzes wäre dennoch ihr Erb- Lheil geworden. Endlich bei der herrschenden und allgemeiner verbreiteten Gesetzeskenntniß eristirte über das, was jüdisch und was unjüdisch, was dem Gesetze entspreche und was mit demselben sich im Gegensatze befinde, auch nicht der mindeste Zweifel, selbst nicht bei Venen, die es ganz oder theilweise übertraten; sie wußten, daß sie mit dieser Richtung oder jener That dem Judenthum den Nucken zuwandten. So früher. Aber jetzt? Jetzt ist von allen diesen Verhältnissen das gerade Gegentheil eingetreten. Und hätten wir unsre Kinder mit der umfassendsten Kenntniß des Gesetzes ausgerüstet, es wäre uns aber nicht gelungen ihr Gemüth für die Erfüllung eben dieses Gesetzes zu erwärm men, indem wir sie aus die sichtige das Universum beherrschende jüdische Geisteshöhe gehoben, sie dadurch unterscheiden' gelehrt und von vornherein gegen die nie ausbleibende Stimme der Verführung gestählt^ die verdächtigend das Gottesgesetz mit den Ausgeburten menschlichen Wahns und pfäffischer Berechnung. lästernd in Eine Linie stellt, und Sätze, die von der Lüge, gelten, in wahnwitziger Unterscheidungslosigkeit auch auf die der Lüge entg eg enge setzte Wahrheit anwendet— : jene Kenntniß des Gesetzes wäre eine total nutzlose, diente nur dazu, daß sie später, verblendet in das Gelächter der Gegenwart einstimmend, wüßten, was sie nicht befolgen, unsere Absicht, Juden heranzubilden, wäre gänzlich verfehlt. Man müßte sich gegen die evidentesten Thatsachen der inneren jüdischen Geschichte der letzten 60 Jahre, gegen die handgreiflichsten, zu sicht- und fühlbarster Wirklichtest verkörperten Erscheinungen der Gegenwart blind machen, um. die . Wahrheit dieses.. Satzes ־ nicht einzusehen. Wir sprechen hier