Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1862)
- Article
- Die jüdische Realschule in ihren genetischen und cultur-historischen Beziehungen zum Judenthum und zur Gegenwart
- Date
- 1862-05-01
- Page
- 392 (sequence 24)
- Language
- German
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'892 Die jüdische RealHM rd.׳ TiA Wärt Wr Verständigung. kannt, in welcher noch traurigeren Weise dem gegenüber die ovthodot kirchliche Anschauung in ebenso dogmatischer Berkeherung den eclatanten Beweis geistiger Impotenz lieferte und liefert und welch klägliche Rolle der einzige Ritter spielte, den sie mit Pappendeckelrüstung und bemalter Lanze auf den wissenschaftlichen Kampfplatz schickte; — von 'ruhiger, wahrhaft objektiver, acht wissenschaftlicher Forschung, die vornrtheilslos, ohne Sympathie und ohne Antipathie, nur die Erforschung der Wahrheit im Auge haltend, bei Aufstellung und Prüfung von Hypothesen alle Thatsachen berücksichtigt, ist auf beiden Ertremen keine Rede. Haben wir da n i ch t die Aufgabe, unseren Kindern bis zur Anschaulichkeit klar zu mächen und bis zu ariomatischer Eindringlichkeit es ihnen stets gegenwärtig zu halten, in wie schroffem Gegensähe wir beiden Verirrungen gegenüber stehen, wie sowohl gegenüber dem dogmatischen Fanatismus der Verneinung als dem fanatischen Dogmatismus der Bejahung unsere Auffassung eine wesentlich kritische ist, wie wir nicht so. wahnsinnig sind, irgend eine T h a t s a ch e leugnen zu wollen, noch so ״unglücklich" sie leugnen zu ״müssen", sie sodann aus den -Weg achter Wissenschäftl-ichkeit zu führen-, ihnen zu zeigen, wie die wahre Wissenschaft sorgsam und ängstlich unterscheidet Zwischen Hypothesen und Thatsachen, zwischen halbwegs erwiesenen und durchweg in der Luft schwebenden, zwischen möglicher Weise wahr sein könnenden und nothwendiger Weise falsch sein müssenden Hypothesen, wie die Wahrheit der. an sich scharfsinnigsten Hypothese durch eine einzige, dem von ihr zu erklärenden Kreise von Erscheinungen angehörige, durch sie nicht zu erklärende Thatsache zu einer höchst problematischen, durch eine mit ihr gar im Widerspruch stehende jedoch evident als . falsch erwiesen wird, wie die vermeintlichen Widersprüche, zwischen den Ergebnissen der Naturwissenschaften und der göttlichen Offenbarung zumeist, entweder auf mißverstandenen Bibelstellen beruhen, oder auf unrichtigen Schlüssen aus an sich wahren Thatsachen,-oder vor Allem, was am häufigsten der Fall, auf an sich richtigen Schlüssen beruhen, die jedoch von ganz und gar unerwiesenen, fälschlich für -feststehende Thatsachen ausgegebenen Hypothesen als Prämissen anögehen, deren erste und hauptsächlichste-, jedoch,' wie von uns an dem nuten angeführten Or>e ausführlich nachgewiesen wurde *)! ebenso uner- *) Vgl. ״Zur jüdischen Schulfrage" II. Jeschurun IV S. 242. Wir haben dort den hauptsächlichsten der vermeintlichen Äüiderspt-üche, das im