Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1862)
- Article
- Die jüdische Realschule in ihren genetischen und cultur-historischen Beziehungen zum Judenthum und zur Gegenwart
- Date
- 1862-05-01
- Page
- 385 (sequence 17)
- Language
- German
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Von vr. Mendel Hirsch. 38S Verhältnissebeleuchtet, in einem xm so größeren Kreise׳ von-Erschein nungen sich ausprägt., oder, subjectiv gesprochen, eine׳ um so größere. Zähl von zu ihr geleitenden Wegen darbietet , die in unserem-Falle! Frage hier-anzuführen. Wenn wir bemerken, daß die folgenden ZeMn! zweiner׳ Zeit geschrieben und in dem Organe des- ״orthodoxen^ Judenthums-i verösfenilicht wurden, als die politische und kirchliche Reaktion! noch in üppigster Blüthe stand! und eine gewisse ״denkgläubige", soi disant ״wissen-׳ schaftliche" Richtung hin und wieder, stark an Glorificirungen׳ damals Herrschender Anschauungen streifte: so dürfte dieses Citat zugleich einen unbe-׳ guemen Riegel Denen vorschieben, die in gewohnter Weise nicht übel Lust! haben möchten, uns etwa — Tergiversationen vorzuwerfen. Es heißt dort- S. 137: ״Prüfen wir nun nach^ diesen Andeutungen das Gewicht des ersten uns entgegengehaltenen Bedenkens, sehen wir unsere Beispiele einmal an, ob siewirkliche die Fassungskraft eines Kindes übersteigen. Greifen wir sofort eines! Heraus, dessen Behandlung in der Schule man uns wohl am ׳wenigsten zugestehen! wird. Im vierten Jahrgang des ״Jeschurun," S. 237, schrieben wir ״Reform des Judenthums. Wie aber erscheinen von seinem Standpunktedie Reformation, die neueren Erscheinungen auf kirchlichem Gebiete: Deutsch- Katholiken, freie Gemeinden? Ist für den ״״orthodoxen"" Juden der orthodoxe oder der aufgeklärte Christ der Wahrheit näher gekommen?""׳ ״Der Schwerpunkt liegt offenbar in dem ersten Satze:! Reform des- Judenthums, ist die Frage keine zu abstrakte, können wir mit unfern Schülern in der Weise auf sie eingehen, daß ihnen eine deutliche Einsicht in das - Verhältniß und eine genügende Aufklärung überdasselbe gewährt werde?" ״Es handelt sich mithin zunächst um das Verständniß zweier Begriffe, Reform und Judenthum, und sodann um dasjenige ihrer wechselseitigen .Beziehung. Run hieße es in der That einer jüdischen Schule ein vollgültiges Armuthszeugniß ausstellen,, wollte man in Zweifel ziehen, ob sich eint für unfern Zweck hinreichendes Verständniß ׳hinsichtlich dessen, was ״Judenthum" sei, erzielen lasse. — Also Reform! Aber, daß ״Reform" iw Allgemeinen eine Verbesserung, die Vervollkommnung einer Sache sei, durch welche sie ihrer Bestimmung entsprechender werde; daß dieser Ausdruck eigentlich׳ die Idee der Rück-Verbesserung .enthalte,, zurück nämlich, entweder zu dem zu Grunde liegenden Ideale, oder zurück zu einem vorausgesetzten ursprünglich vollkommenen oder doch vollkommeneren, diesem Ideale sich nähernden- Zustande, der inzwischen getrübt worden; daß also das zu Verbessernde je׳-׳ densalls unvollkommen, der Verbessernde aber seinem Vorgänger entweder an Fähigkeit oder in Crkermtniß des Ideals überlegen sein müsse; daß also das bereits Vollkommene sich freilich wohl verändern, d. h. unvollkommen machen, nicht aber reformiren lasse; daß also nicht jede Veränderung auch eine Reform; daß demgemäß je größer der Meister, desto schwerer eine׳