Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1862)
- Article
- Die jüdische Realschule in ihren genetischen und cultur-historischen Beziehungen zum Judenthum und zur Gegenwart
- Date
- 1862-05-01
- Page
- 383 (sequence 15)
- Language
- German
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Von. Dr. Mendel Hirsch. 383 vom göttlichen Gesetze gezogenen Schranken: wie erscheinen da vom Standpunkte der jüdischen Anschauung aus, die nach den entgegengesetzten Extremen ausschweifenden Verirrungen, die theologische Theorie der Ertödtung des Fleisches und die epikuräische Praxis der ״Emancipation des Fleisches"? Wir haben hier einige Beispiele niedergeschrieben, wie sie sich uns gerade zuerst darboten; ihre Zahl könnten wir natürlich beliebig vergrößern. Wir haben absichtlich etwas länger bei ihnen verweilt, als auf den ersten Blick mit dem Ebenmaß der einzelnen Theile unserer Darstellung verträglich erscheinen könnte, damit um so anschaulicher hervortrete, was wir unter jüdischer Anschauung verstehen und welcher Weg uns als der einzig mögliche erscheint, uns zu ihr zu erheben. Auch werden wir uns dafür im Folgenden kürzer fassen können und manche Behauptungen werden im Hinblick auf diese Beispiele ihre Beweise mit sich führen, die sonst einer eingehenden Begründung nicht würden entbehren können. Dies zur Rechtfertigung der nur scheinbaren Abschweifung. Es dürfte sich aus dem. Angeführten zunächst ergeben haben, daß schon die Herstellung dieses Maßstabes, selbst ganz abgesehen von aller Uebung ihn nun auch zu handhaben, nichts weniger als leicht ist, und daß auch schon hierfür weder besonders bestimmte Stunden sich eignen, noch auch eine blos beiläufige Behandlung in den bestimmten andern Lehrstunden ausreichen könne. Aber die Herstellung dieses Maßstabes.nützt nichts, wenn nicht die Uebung hinzutritt ihn Zu handhaben, die conereten Verhältnisse der realen Wirklichkeit nun auch wirklich nach ihm beurtheilen und würdigen zu lernen. Was auf dem andern Gebiete als Erziehung und Gewöhnung wesentlich außer dem Bereich der Schule lag, der häuslichen Erziehung und Gewöhnung überlassen bleiben konnte, muß hier ganz und ausschließlich von und in der Schule selbst vollbracht werden. Weßhalb von einer Mitwirkung des Hauses hier keine Rede sein kann, das bedarf wohl keines Hinweises. Bedenken wir nun, daß es sich hier vielfach um Anschauungen handelt, die mit den gang und gebe gewordenen sich im Widerspruch befinden, um Mittheilung von Wahrheiten, die vom Judenthum aus noch nicht Gemeingut der Menschheit geworden, ganz besonders aber solcher, die zum Th eil auch außerhalb des jüdischen Kreises gelehrt werden, die