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Jeschurun · 1862-05-01 · Heft 8 (Mai 1862) · p. 376

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 8 (Mai 1862)
Article
Die jüdische Realschule in ihren genetischen und cultur-historischen Beziehungen zum Judenthum und zur Gegenwart
Date
1862-05-01
Page
376 (sequence 8)
Language
German
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876 Die jüdische Realschule re; Ein׳ Mort der Verständigung. denthumauf und wenden sich der Kulturarbeit unseres Jahrhunderts׳ zu -—die Andern würden ihr Judenlhum aufzugeben glauben, wennsie dasselbe thäten. -- Wozu diese Erörterungen hier? Sie sind nichts׳ weniger als Abschweifungen von der Sache. Aus ihnen dürfte sich nur so viel sonnenklar ergeben, daß nicht nur beide Richtungen vollständig unfähig sind, den Begriff einer jüdischen Realschule zu fassen, oder auch nur als berechtigt anzuerkennen, daß sie ihn vielmehr als mit einer eontradictio in acljecto behaftet, als eine Verqnickung völlig heterogener und sich stets heterogen bleibender Elementepnchorresciren müssen. Und wenn dennoch von beiden Richtungen Schulen gegründet werden oder sein sollten, die ״jüdische Realschulen" ge-׳ nannt werden, so könnte das eben nur ein leerer Name sein. Ein Gebiet wird, das ergiebt sich schon a priori mit unerbittlicher Eonseqnenz, jedenfalls geopfert werden. Den Einen erscheint das Juden- Lhum als das zu Opfernde, und sie opfern es, weil ihnen das Aufgehen des Jndenthums und der Judeuheit in die Culturbestrebungen der europäischen Menschheit als das Höheziel erscheint; — wenn, um minder energischen oder minder ״aufgeklärten" Geistern gegenüber die Dehorö zu wahren, auch einiges Hebräisch unterrichtet würde, so wäre das doch völlig irrelevant, selbst sollte sich dieses Einige auch zu recht Vielem steigern. Den Andern erscheint, von derselben Grundanschauung ausgehend, das Gebiet der allgemeinen Bildung als das zu Opfernde, sie betrachten alles nicht specifisch jüdische Wissen als vomUebel, würden am liebsten gar kein ״deutsches" Wissen sehen, und was dennoch auch in ihren Schulen davon gelehrt wird, wäre nichts als der zwiugenden Nöthigung des Lebens widerwillig gemachte- Concessionen. Sollte deßhalb auch auf ihren Schulen außer dem Hebräischen auch noch einiges ״Deutsche" gelehrt werden und sollte auch dieses Einige sidp zu recht Vielem steigern: jüdische Nealsckulen wären es nicht. Jener Standpunkt kann nur ״jedes confessionellen Charakters entkleidete" Schulen Herstellen, und auch diesem wird der Charakter des Jüdischen, insofern er auf das speciell Hebräische beschränkt bleibt, mehr oder weniger ein äußerlicher bleiben. Beide Gebiete stehen einander äußerlich, fremdartig gegenüber, jüdische Realschulen sind auf beiden Standpuükten eine absolute Unmöglichkeit, wir wiederholen es, weil aus dem eineu das Element des Jüdischen zu einem bloßen Scheindasein verfluchtigt wird, auf dem anderen die Fächer der Realschule als ein nur theil-

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