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Jeschurun · 1862-05-01 · Heft 8 (Mai 1862) · p. 361

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 8 (Mai 1862)
Article
Ijar
Date
1862-05-01
Page
361 (sequence 5)
Language
German
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Pädagogische Plaudereien. 361 nigkeit, der Unkörperlichkeit und Einzigkeit rc. re. wie Er — Gott verzeihe ihnen die Vermessenheit ihrer Demonstrationen —- ewig sein müsse und nicht thcilbar sein könne, nicht körperlich sein könne und einzig sein müsse w. rc. und das nennen sie rationale Glaubenslehre und Er- Hebung der Kinderscele zur Höhe ihres männlichen Verstandes. Als ob über das Wesen Gottes der reifste Philosophengeist wesentlich mehr wüßte, als die kindlichste Kinderscele! Alö ob überhaupt von Gott zu wissen uns Anderes Noth und — darum auch zugänglich ist, als was für unser treues, sittliches Verhalten in seiner Welt nütze und nothwendig ist. Als ob nicht dies, das allein Nothwendige und Heilsame, so Allen zugänglich und vcrstandesnahe ist, so wenig der philosophischen Doktrin und der dialektischen Deduktion bedarf, daß vielmehr, wie unser Davtdssang uns singt, die Erkenntniß selbst schon auf den Lippen von Kindern und Säuglingen zu finden wäre! Alsob nicht Alles, was darüber hinaus liegt, was sich in die Wesenheit Gottes zu versenken beansprucht, und, ob Gott ist und was Gott ist und wie Gott ist, auf dem Wege philosophischer Doktrin und dialektischer Deduktion finden will, meist nichts als eine grund- und ziellose Verirrung ist, die den Gegenstand der Erkenntniß und die Mittel zur Erkenntniß nicht ermißt, die nach einer Erkenntniß strebtdie htenteden versagt ist, und darüber diejenige verabsäumt, deren Wahrheit an Himmel und Erde geschrieben ist, und zu deren Verständniß Jeder den Schlüssel im Busen trägt, die wissen will, was nur den Fürwitz befriedigt, und darüber das nicht weiß, woran jeder- Athemzug hängt — — — Und unser Lied? Nicht die Gottcserkenntntß, die die Menschen mit geschlossenem Auge aus einem paar dürren abgezogenen Begriffen erschließen, die Gottesmajestät die au den Himmeln glänzt, die, meint es, werde die Erde besiegen, und da hinaus, in den Anblick des Himmels mit seinen funkelnden Sternen und seinem wandelnden Mond, ruft es uns und mit uns unsere Kinder hinaus. Dort, überstrahlt von dem Abglanz in seiner Schöpfung, sollen wir, sollen sie ihren Schöpfer kennen lernen und sich in der ganzen Kleinheit der Menschen-Spanne und in der ganzen Größe des Meuschen-Berufs! Im Anblick des Himmels die ganze Hoheit des irdischen Daseins! Die Himmel als Gottes Himmel erschauen, als das Werk seiner Finger — Mond und Sterne in von Gott gerichteten Bahnen,

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