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Jeschurun · 1862-04-01 · Heft 7 (April 1862) · p. 341

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 7 (April 1862)
Article
Altjüdische Frömmigkeit
Date
1862-04-01
Page
341 (sequence 7)
Language
German
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I. Das Buch der Frommen, 341 sellschaft, Schmarozen bet Unvermögenden, wollüstige Betrachtungen, Dtebesantheil, von vorn herein Sündigen auf Rechnung künftiger Buße oder Versöhnungstages, Geringschätzung seiner Lehrer, Lasteruug der Menge oder deren Verhinderung etwas Gutes zu thun, Verführung des Nächsten vom Guten zum Bösen, Benützung des Pfandes eines Armen, Bestechung nehmen, Nichtveröffentlichung eines Fundes, seinen Sohn ohne Einhalt zu thun schlechte Wege gehen zu sehen, Bereicherung auf Kosten Armer und Wittwcn, Lossagung von der Gemeinde, Uebertretung der Worte der Weisen, Ehreusuchen und Erniedrigung des Nächsten, grundlose Verdächttgung, das Hassen der Ermahnungen und das Spotten über Mtzwoth. Alle diese Dinge erschweren die Rückkehr, machen sie aber nicht unmöglich. Manche versperren den Weg der Rückkehr, manche sind ein so großes Verbrechen, daß Gott den Sünder sich selbst überläßt und ihm nicht fördernden Beistand zur Rückkehr sendet; bet andern ist vollkommene Rückkehr darum unmöglich, weil sie zwischen Mensch und Mensch dergestalt Vorgehen, daß sie nicht wieder gut gemacht werden können; andere wiederum sind sehr bös und gleichwohl bessern sich die Menschen deßhalb nicht von ihnen, weil sie ihnen sehr leicht dünken und sie gar nicht meinen etwas so gar Schlechtes gethan zu haben; manche endlich erschweren darum die Rückkehr, weil man sich leicht so sehr daran gewöhnt, daß es überaus schwer wird wieder davon zu lassen, darum hat man vor Allem vor diesen sich zu hüthen und sich aus allen Kräften von ihnen fern zu halten. Diese bösesten unter den bösen Dingen sind: Böszunge, Verleumdung, Jähzorn, lasterhafte Gedanken, und schlechter Umgang; denn im Umgang mit Bösen prägt sich deren Beispiel ins Herz ein, und wer mit Schlechten umgeht wird schlecht. 17 (21). Die Frommen von ehemals pflegten ein Tagebuch über ihre Fehler und Verirrungen zu führen, damit ihnen ihre Sünden immer gegenwärtig sein sie zu bereuen und sich zu bessern. Man erinnert sich darin zugleich des Todes, der künftigen Strafe und Rechenschaft, insbesondere aber der Liebe zu Gott, denn das ist das edelste Motiv zur Besserung. Jedoch führe man ein solches Tagebuch nur in andeutenden Chiffern, damit kein Anderer es finde und lese.

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