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Jeschurun · 1862-04-01 · Heft 7 (April 1862) · p. 331

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 7 (April 1862)
Article
Nissan : Pädagogische Plaudereien [Nachricht]
Date
1862-04-01
Page
331 (sequence 19)
Language
German
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IRI
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Pädagogische Plaudereien- 331 das Glaubensbekenntniß eines Katechismus, sondern bestimmt stnd, die Grundlage und Beherrscher unserer Thaten und Handlungen zu werden. Und die Tradition des jüdischen Geistes und des jüdischen Pflichtlcbens von Geschlecht zu Geschlecht, sie vor Allem erwartet das Gottes-Wort ganz eigentlich von der Erfüllung dieser redenden Handlungen, erwartet vom Vater, daß er sie in Gegenwart seines Kindes mit Ernst und Gewissenhaftigkeit erfülle, und daß dann das fragende Kind an ihn hinantrete mit der Frage: מה זאח? und aus dem Munde des Pflicht übenden Vaters den Sinn und die Bedeutung dieser Mizwoth erfahre, die Wahrheiten und Thatsachen erlerne, deren verewigende Denkmäler und Zeugen sie stnd. Wenn, — so lehrt uns das göttliche Gesetz — wenn dich dein Gott in das Land gebracht hat, das er deinen Vätern versprochen, du bist längst schon nicht mehr die heimathlose, unberechtigte Sklaven- Horde, bist ein Volk, eine Nation, ein Staat, hast einen eigene Boden der Selbstständigkeit und des nationalen Neichthums — dann sollst du jede Erstgeburt Gott zusühren; jede männliche Erstgeburt deiner dich nähernden Heerde weihest du Gott zum Opfer; jede männliche Erstgeburt deines deinen Reichthum tragenden Lastthieres losest du mit einem Lamm aus, und wenn du es nicht auslösest, so mußt du es rückwärts mit dem Beile tobten; jede männliche Erstgeburt deiner Kinder lösest du aus- Und wenn dann ״einst" — wenn die Zustände und Thatsachen, aus denen diese Pflichtgebote erwachsen, längst zurückliegen und vor der dann bestehenden Gegenwart völlig in den Schatten getreten sind, — wenn dann einst dein Sohn sich mit der Frage an dich wendet: מה זאת? Was ist dies? ואמרתי אליו, so belehre und sage ihm: בחזק יד הוציאנו ד׳ ממצרים מבית עבדים, ,Mit Gewalt hat Gott uns aus Mizrajim, aus dem Sklavcnhause geführt!" Was wir sind, sind wir nicht durch uns; was wir haben, haben wir nicht durch :ms; was wir sind und haben, waren und hatten wir nicht immer. Geborne recht- und machtlose Sklaven waren wir in Mizrajim, waren im egyptischen Staat durch unsere Geburt dem Sklaventhum verfallen, בית עבדים war unser Haus und unsere Habe in Mizrajim, Leib und Gut gehörten der Gewalt unserer Herren -7da griff Gott mit seiner Gewalt ein in die Gewaltherrschaft unserer Henker, zeigte daß 22*

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