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Jeschurun · 1862-04-01 · Heft 7 (April 1862) · p. 330

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 7 (April 1862)
Article
Nissan : Pädagogische Plaudereien [Nachricht]
Date
1862-04-01
Page
330 (sequence 18)
Language
German
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IRI
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330 Nissan. auch die Kinder heraus, deren Eltern nicht Zeit, oder nicht Lust oder nicht Einsicht genug haben, sich mit ihren Kindern zu beschäftigen, deren Seele auch gewiß gefragt, allein da ihr nie Antwort geworden, endlich aufgehört hat zu fragen und stumpf und gleichgültig gegen die Dinge und ihre Erscheinungen geworden, eine ganz andere Richtung als Lust zur Erkenntnis) genommen, und die nun oft Jahrelang erst die Schnle besuchen müsse», ehe sie nur recht fähig werden Etwas zu lernen und oft ihr Lebelang nicht wieder einholen, was die Vernachlässigung der Eltern an ihnen verabsäumt. Darum werde nicht verdrießlich wenn dein Kind dich fragt, viel fragt, oft fragt, freue dich seiner Fragen, weise cs nicht barsch zurück und bemühe dich ihm immer die rechte Antwort zu geben. Die rechte. Vermeide es durch Mährchen-Gaukeleten und Albernheiten seiner Seele falsche Vorstellungen von den Dingen und ihren Verhältnissen zu bringen. Was du nicht weißt, was es noch nicht wisfeit kann, wissen soll, was man überhaupt nicht weiß, darüber gewohne es, sich mit der Schwäche seines noch kindlichen Alters, mit der Beschränktheit des menschlichen Wissens überhaupt zu trösten, — auch dieses kläre Bewußtsein relativen Nichtwissens ist reicher Wissensgewinnst — nur nähre seinen denkenden Geist nicht mit Albernheilen und lasse seinen Geist nicht mit Albernheiten nähren. Halte dehn Kind um dich. Dienstboten sind in der Regel die schlechtesten Orakel für die fragenden Kinderseelen. Wo du bistsüdische Mutter, jüdischer Vater, da ist die gesundeste Atmosphäre für die Seelen deiner Kinder. Ist dies aber allgemeine Wahrheit, so ist es insbesondere wahr und wichtig für das jüdische Wissen unserer Kinder. Hat sich doch Gott, der Gesetzgeber unseres Lebens, nirgends damit begnügt, die Wahrheiten und Thatsachen, auf die er unser Leben erbaut wissen will/ nur unserer Erkenntniß im Geiste, unserem Ausspruch in Worte anzuvertrauen. Für jede Wahrheit, die unser Bewußtsein, jede Thatfache, die unser Leben tragen soll, hat er Thathandlungcn gestiftet, die in die sinnliche Anschauung hiuaustreteu, uns das Bewußtsein der Wahrheiten, die Erinnerung der Thatsachen immer aufs neue wecken und beleben und die schon durch das Mittel dieser Erinnerung sagen sollen, wie diese Wahrheiten und Thatsachen nicht für

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