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Jeschurun · 1862-04-01 · Heft 7 (April 1862) · p. 329

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 7 (April 1862)
Article
Nissan : Pädagogische Plaudereien [Nachricht]
Date
1862-04-01
Page
329 (sequence 17)
Language
German
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IRI
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Pädagogische Plaudereien. 329 seine Lippe diese Frage zu äußern im Stande ist. Die ganze Natur einer gesunden Kinderseele ist eine Frage, und nur weil diese Seele unaufhörlich fragt, lernt sie so unendlich viel in dem ersten Jahre ihres Hierseins. Und wenn nun dieser fragenden Kinderseele der kindltche Mund seine Dienste bietet, und dein Kind fragt und fragt und nicht müde wird zu fragen: מה זאת? so solltest du nicht müde werden zu antworten, solltest in diesem Hunger nach Wissen das Zeichen der Gesundheit der Seele deines Kindes erblichen und mit gleich freudiger Bereitwilligkeit, aber auch mit gleicher Sorgfalt bedacht sein, wie den leiblichen Hunger, so diesen geistigen Hunger zu befriedigen und mit gesunder Kost zu befriedigen Wir bemühen uns Tag für Tag für unsere Kleinen das leibliche Brod zu gewinnen, warum sollten wir uns nicht bemühen den geistigen Hunger ihrer fragenden Seele zu befriedigen, warum nicht lernen, nicht von allen in den Kreis unserer Kinder kommenden Dingen eine entsprechende Kenntnlß zu erlangen suchen, damit wir unsere Kinder lehren und auf ihre Fragen die rechte Antwort zu geben vermögen? Meinen wir doch nicht, das habe Zeit für die Schule, das sei Sache der Lehrer und nicht der Eltern. Mau trete nur einmal ein in die Schulen, in diesen Kreis aufsprossender Kinderseelen. Man findet dort sofort die Kinder heraus, die so glücklich waren Antwort auf ihre kindlichen Fragen zu Hause zu bekommen, die nicht um sonn das Nie! ״?מהWas ist das?" zu Hause im Munde geführt, deren Väter, insbesondere deren Mütter es nicht verschmäht mit ihren Kindcrn zu plaudern, ihre kindliche Wißbegierde zu befriedigen und ihrem jungen, Kenntniß anstrebenden Geist durch verständige Belehrung die rechte Leitung zu geben. Die Glücklichen! Wahrend andere Frauen sich im faden Thee-Wasser-Gesellschaft-Gespräch ergötzen, ober in Theater und auf Bällen ihre Zeit todtschlageu, haben ihre Mütter ihre Gesellschaft in dem Kreis ihrer Kinder gefunden und haben ihre Zeit in der lohnendsten, beglückcnbsten Weise verwendet, die Lehrerinnen und Bildnerinnen ihrer Kinder zu werden. Was einst ihre Sohne und Töchter als Männer und Frauen im Leben bedeuten werden, das Edelste und Beste was sie ziexeu wird, werden sie nicht der Schule, werden sie den frühesten Btldungsstunden verdanken, die sie im Umgang mit ihren Müttern genossen! Und man findet 22

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