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Jeschurun · 1862-04-01 · Heft 7 (April 1862) · p. 325

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 7 (April 1862)
Article
Nissan : Pädagogische Plaudereien [Nachricht]
Date
1862-04-01
Page
325 (sequence 13)
Language
German
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IRI
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Pädagogische Plaudereien. 325 Frage sich entzieht: מה העמדה הזאת לכם, was soll euch dieser Dienst was kommt euch bet allem Dem heraus?! Ist es zu bewundern, daß das heilige Wort diese Gesinnung gerade bet dem ״Dienste" des Peßach-Monats verlautbart? Es nennt ja selbst unter allen Gott zugewandten Uebungen gerade nur die in diesem Monate zu losenden Ausgaben עמדה, einen Dienst, ועבדת אח העבדה הזאת בחדש הזה! Ist ja die jüdische Thätigkeit in diesem Monat der aufblühenden Freiheit in der That nichts Anders als eine völlige Umkehrung aller häuslichen Räume. Das?*א ידאה לך חמץ ולא יראה לך שאר בכל גב לך tritt ein, und führt die jüdische Hand und das jüdische Auge in jede Fuge des jüdischen Gebietes, überall המץ und שאור, überall das Zeichen der Selbstständigkeit und der menschlichen Machtherrlichkcit zu entfernen, und eine ganze Woche wird das Brod der Sklaverei genossen, und einen ängstlichen Bann kostspieliger Sorge und minutiöser Skrupulosität sieht das ntchtjüdijche Auge ausgebrettet über das Leben des Juden, in den engsten Schranken bewegt sich das Leben des Juden — und das nennt der Jude das Fest seiner Freiheit? Wenn irgendwo, so wird an der Feier dieses Festes der niedrige מ51@־רשע Anstoß nehmen, wenn irgendwo hier seinem Wiederwillen gegen alles Jüdische mit der Frage Luft machen: ״;מה העמדה זאת לבתwas soll auch dieser Dienst!?" Und als nun noch gar Israel in seinem Lande war und das Pcßachfest zum Peßachopfer alle Familien hinauf nach Jerusalem in den Umkreis des Tempels rief, mit Weib und Kind jeder Familienvater von Dan und Ber Scheba hinaufpilgerte, die oft beschwerliche und jedenfalls mühe- und kostenvolle Reise zu machen war — um dort ein Lamm mit Sklaven - Brod und bittere Kräuter zu essen, mit wie viel herberem Naserümpfen mußte da die רשע- Frage etnfallen: מה העמדה זאת לבב, was soll euch diese ganze Plakkeret, giebts nicht anch zu Hause Lamm-Fleisch zu essen, zu Hause nicht Mazzabrod und Bitterkraut in Menge? Um ein בזית Braten, מית Mazza und כזית Maror zu essen so viel Plackerei und Umstände u. s. w. u. s. w.! Wie erwartet das heilige Wort, daß wir uns solchen M->-Gesinnungen und Aeußeruugen gegenüber benehmen? Sollen wir die Antwort schuldig bleiben? Sollen wir uns in unser Kämmerlein flüchten vor den Spöttereien eines unjüdtsch aufblühenden Geschlechts?

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