Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 7 (April 1862)
- Article
- Nissan : Pädagogische Plaudereien [Nachricht]
- Date
- 1862-04-01
- Page
- 320 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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leibliches Leben regeln, überall auf das Gestattete und Unstatthafte, daö Geeignete und Ungeeignete, das Erlaubte und Unerlaubte, das Reine und Unreine Hinweisen. Er kennt schon משפטים, Rechts-Ordnungen, die unser ganzes Verhalten zu den Menschenbrüdern nach dem Maaßstabe der Gottes-Gerechtigkeit messen und bestimmen. Er weiß auch bereits, daß '1, Gott, dem alles Zeitliche in jedem werdenden Momente aller Ewigkeiten angehört, insbesondere אלרינו, unser Gott ist, sich in besondere Beziehung zu uns gesetzt hat, weiß endlich auch, daß die Kenntniß Seines Willens von dem jüngern Geschlechte nur durch Ueberlteferung aus den Händen der Vater zu empfangen ist, es sind ihm die Gesetze Gebote, die unser Gott unsern Vätern geboten, אשר ציה ר׳ אלרינו אמכם — es hat somit deine Erztehung und das jüdische Leben deines Hauses den jüdischen Grund seines künftigen jüdischen Lebens entsprechend gelegt, ja, seine gegenwärtige Frage ist ganz eigentlich aus dem praktischen Beispiel deines treu jüdischen Lebens bet ihm erwachsen. Und gleichwohl, wenn es nun gilt, ihn in die theoretische Kenntniß der jüdischen Weisheit, die eben nichts anderes ist als die göttliche Gesetzeslehre, eiuzusühren, sollst du ihn nicht ohne Weiteres sich zu den Füßen der lehrenden Weisen setzen zu lassen, sollst du ihn nicht ohne Weiteres der Schule jüdischer Gelehrsamkeit übergeben, ihm nicht ohne Weiteres die Bücher der jüdischen Wissenschaft aufschlagen, sollst ihn, ehe du ihn in die jüdische Schule etnführst, immer erst zum vollsten Bewußtsein bringen, was die Wissenschaft soll, die ihn die Schule lehren wird, was das ganze Gesetz in aller seiner Mannigfalttgkcit einheitlich ist, zu welchem Zweck es gelernt werden muß, wenn es überhaupt soll gelernt werden können und sein Lernen überhaupt einen Zweck haben soll. Ucber dem Portal, das zur jüdischen Wissenschaft führt, steht das jüdische Eredo. Dieses Credo ist selber die Pforte. Es gibt keinen andern Weg zur jüdischen Gelehrsamkeit, zur jüdischen Wissenschaft, zur jüdischen Weisheit. Wer in die Hallen der Lehre durch eine andere Pforte tritt, wer sein Lebelang nicht immer wieder und wieder durch diese Pforte eingcht, — eine Pforte, die für den Greis und den Mann, wie für den Jüngling und das Kind die einzige ist, dieselbe bleibt — der wird wohl ein Gelehrter, ein Wissender werden können, er wird mancherlei gelernt haben und