Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 7 (April 1862)
- Article
- Nissan : Pädagogische Plaudereien [Nachricht]
- Date
- 1862-04-01
- Page
- 317 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2932754-2932905-2932913--07327-2946835- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Pädagogische Plaudereien- 317 gelernt werde. Nur von dir kann es'erfahren, welcher Ernst und welche Seligkeit in dem liegt, was es die Schule fürs Leben lerneu lassen will. Nur du stehst ihm da ביום ההוא in dem Momente der Erfüllung, nur du kannst ihm das erzählende und belehrende Wort bringen בשעה שיש מצה ומרור לפניך! Alles, was die Schule thut, was sie thun kann, ist nur eine Vorbereitung für das, was das Haus thun soll, was durch Wort und Beispiel des Vaters zum Leben befruchtenden Keim in der Brust des Kindes gezeitigt werden soll. Alles Thun der Schule ist fast vergebens, wenn das Haus, wenn der Vater seine Schuldigkeit nicht thut, wenn durch Wort und Beispiel des Vaters das in der Schule Gelernte nicht die Weihe der Kraft, nicht den Ernst und die Seligkeit der Erfüllung gewinnt. Den Ernst und die Seligkeit, beides liest daS Kind der Lippe und dem Gesichte des Vaters, und nur des Vaters, ab. Meinst du, daß irgend welche Lehre und Predigt dem Kinde auch nur den Moment ersetzen könnte, in welchem es dich den Kelch erheben sieht, und dich, Gott, und dein Loos preisen Hort, die dir den Sabbath, die dir den Jom tow beschieden, in welchem es dich das Brod brechen sieht und Gott preisen hört, der dem Menschen-Bemühen das Brod fördert aus der Erde, — meinst du, daß irgend welche Lehre und Predigt ihm das Eindringliche, die Weckung des Pflicht-Ernstes und der Pflicht-Freude ersetzen könnte, die dein Mund und Beispiel lehrt und predigt? Du irrst gewaltig. Alle Rhetorik und Dialektik erbleicht vor dem Zauber, der auf Lippe und Miene des freudig und bewußwoll seine Pflicht übenden Vaters ruht, und wenn der Vater es nicht verabsäumt, sich auch geistig in den Stand zu setzen, das, was er freudig und ernst erfüllt, im Sinne unseres Festgebots mit ״erzählenden" und ״lehrenden" Worten zu begleiten, dann pflanzt er mit seiner That und seinem Worte ein Stück von seiner Seele in die Seele seines Kindes und sein Ernst und seine freudige Seligkeit in treuer Pflichterfüllung lebt in der Brust seines Kindes weiter. — ״Sich auch geistig in den Stand zu setzen — wer aber daS nun nicht vermöchte?" Das, was Gottes Wort von uns erwartet, vcrmag Jeder. Wie cs von dem ganzen Gesetze heißt , לא בשמים היא es ist nicht im Himmel, ist nicht zu hoch und nicht zu fern von uns, das irgend Jemand sagen könnte, es sei ihm das Gottesgebot