Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 6 (März 1862)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1862-03-01
- Page
- 299 (sequence 10)
- Language
- German
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Bücherschau. 299 mag, die sich der Herr Vers, zog, hätte er gerade für seinen ganz specicllen Zweck wenigstens erwähnen sollen, daß Geld, Milch die am Sabbath gemelkt, ein Ei das am Sabbath gelegt worden ist, zu den unter dem Begriffe NLpio verbotenen Dingen gehören. Wenn man in der Gegenwart eine Schrift erscheinen läßt, welche jüdischen Töchtern, die unwissend in die eigene Wirthschaft treten, als religioser Führer dienen soll, ist es gewiß nicht überflüssig, auf diese Vorfchriftcn aufmerksam zu machen. Wir haben bisher über solche Stellen der uns vorliegenden Schrift unsere Bemerkungen auszusprccheu uns veranlaßt gefunden, die entweder durch unbegründete Erschwerungen nachtheilige Folgen haben können, oder durch ihre Fassung zu Mißverständnissen, uurichtigen Auffassungen und darum auch zur Verletzung rcligionsgesetzltcher Vorschriften zu veranlassen geeignet sind. Zn unserem Bedauern begegnen wir aber S. 96 und 97 einer Anschauung, die, wenn nicht die Schrift im Ganzen das Gepränge einer wahrhaft jüdischen Gesinnung tragen würde, auf eine — wir schreiben es sehr ungerne nieder — principielle Divergenz mit dem positiven Judenthume schließen lassen müßte. S. 96 heißt es nämlich: ״Nächst den ״herrlichen, inhaltreichen, auf Herz und Geist gleich wirkenden Ge- ״beten werden am ראש השגה vor und im Mußafgebcte die Scho- ״sarklänge vernommen". S. 97: ״Obwohl das ״Hören des Scho- ״fars gesetzlichermaßen nur Pflicht des Mannes ist, so hat doch von ״jeher auch das Weib es als eigene Pflicht betrachtet und geübt; ״dafür aber eine viel höhere Pflicht der Betheiligung an den Ge- ״beten und den damit zusammenhängenden Betrachtungen hintenan- ״gesetzt." — Also ״ nächst den Gebeten werden die Schofarklänge vernommen"! Da das Wort ״nächst" hier nicht zur Bezeichnung eines örtlichen Verhältnisses und auch nicht zur Bezeichnung einer Zeitordnung gebraucht sein kann, ist es nicht möglich, eine andere Bedeutung als die Bezeichnung eines Ranges darin zu erblicken; wie konnte es aber dem Verf. betfallen, durch diese Ausdrucksweise das Hören des Schofars als etwas im Verhältnisse zu den Gebeten Sekundäres erscheinen zu lassen? Wie kann er es vor seinem Gewissen, wie vor dem Judenthume, wie vor der Wahrheit vertheidigen, die ״Betheiligung an den Gebeten" ״eine viel höhere Pflicht" als das ״Hören des Schofars" zu nennen? Abgesehen davon, daß aus 20*