Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 6 (März 1862)
- Article
- Jüdische Welt- und Lebens-Anschauungen
- Date
- 1862-03-01
- Page
- 275 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdische Welt- und Lebens-Anschauungen. IV. 275 uns sichtbare Nncrmeßlichkeit gegen diesen fernen Weltenraum wie unsere Erde gegen ihren Himmel verhält, — dieses Doppel-Dort unsers Doppel-Dorts— und über diesem Himmels-Himmel המים אשר מעל העוטים Wasser noch werdende Welten deckend wie einst וווו א׳ מרחפח על פט המים-— Doch nicht in Gedanken einer Unermeßlichkcit mochten wir uns verirren, vielmehr innerhalb der durch unsere Sinne unseren Geiste zugänglichen Welt möchten wir versuchen ob wir nicht einige von den Gedanken zu finden vermögen, in welchen sich dem jüdischen Geiste die geschaffenen Wesen und ihre Beziehungen darstellten. Weist uns doch das Wort der Weisen auf das Lautzeichen hin, das, wie es seiner Bedeutung nach die geöffnete Umschränkung: ״durch", ״in", das räumliche oder dynamische Umfassen eines Inhalts, bedeutet, ebenso durch seine Form oben, unten und vorn die Schranke zeigt: 2, und der Weisheit unserer Weisen die Veranlassung bietet, uns gleich bei dem ersten Lautzeichen des Gotteswortes warnend zuznrufen: oben, unten, vor-und nachweltlich, מה למעלה מה לממה מה לפגים מה לאחור, steht eine Schranke der menschlichen Erkenntniß, nur der uns durch die Schöpfung und in derselben geöffneten Welt mögen wir denkend unfern Geist znwcndcn und einige Funken Wahrheit zu gewinnen hoffen. Wenn wir dabet jedoch zunächst die Worte der jüdischen Sprache als Schlüssel zur jüdischen Weltanschauung betrachten, so ist uns dies wahrlich nicht ein mehr und minder geistreich fein sollendes Ethin ologien-Sptel. Nicht umsonst führte Gott dem Menschen die Geschöpfe vor, damit er ״schaue wie er sie sich nennen werde". Ist gleich, wie hier tief bedeutsam niedergelegt ist, jedes Wort mit welchem der Mensch die Dinge benennt, nur der Ausdruck dessen, was die Dinge ihm, dem Menschen sind, אשר יקרא לו האדם, spricht somit kein Wort einer menschlichen Sprache die Bedeutung der Dinge an sich, die ganze objektive Wahrheit der Dinge aus, weil eben in das Wesen der Dinge an sich kein sterblicher Geist dringt, er vielmehr von den Dingen nur deren Eindruck aus ihn, den denkenden und nennenden Menschengeist kennt, sie somit nur von seiner subjektiven Stellung aus kennt und nennt : so fügt doch ebenso bedeutsam das Gotteswort hinzu: וכל אשר יקרא לו האדם נפש חיה הוא שמו, daß die Benennung, womit der Menschengeist die