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Jeschurun · 1862-02-01 · Heft 5 (Februar 1862) · p. 228

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 5 (Februar 1862)
Article
Schewat
Date
1862-02-01
Page
228 (sequence 12)
Language
German
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228 Schewcü. doch herauszufühlen vermeinen, es sei in dem Ernst und der Herzinntgkeit des Verlangens, mit welchem Eltern einen selbsteigenen Wunsch oder die Erfüllung eines Gottesgebots von den Kindern verlangen, doch ein Unterschied; daß sie es erkennen, oder doch zu erkennen vermeinen, mit diesem Verlangen ständen die Eltern, selbst nur als gehorchende, sich unterordnende Gottesboten im Namen Gvttes da, sie fordern es nur um sich selbst nicht gegen Gott zu versündigen; allein es ist nicht der Pulsschlag ihres Herzens, es ist nicht der Lebensnerv ihres Daseins mit diesem Wunsche verknüpft; es steht nicht die eigene, ganze, frische, wahrhaftige Lebensfreude auf der Erfüllung dieses Wunsches; sie haben das Ihrige gethan, so ste die Beobachtung des göttlichen Gebotes vom Kinde verlangen, so sie, so lange das Kind in seiner Minderjährigkeit, es zur Erfüllung des göttlichen Gebotes anhalten; allein wenn das Kind selbstständig geworden, dem elterlichen רשות entwachsen ist und sein eigenes Conto im großen Schuld-Buche Gottes hat, und dann das Gvttesgebot hinter den Rücken wirft, dann — glaubt es — sei es wohl Gott ungehorsam, versündige sich aber nicht gegen die den Eltern schuldige Pflicht —wäre den Eltern nicht, meinen sie, die Unterordnung unter Gottes Gesetz zur Gewohnheit geworden, wer weiß, ob sie nicht selber die unjüdische Lebensrichtung der Kinder Heilen, nicht, wenn ste jetzt jung wären und sich lebendiger im Leben der Gegenwart bewcgten, selber unjüdisch leben würden, wer weiß, ob sie nicht im Herzen ihren Kindern recht geben, im Herzen die Gesetze selbst bekritteln, bedauern, beklagen, die so viel Hemmntß und Schranke in den Lebensweg der strebenden Jugend werfen, und nicht die Liebe zum Gesetz, die die ganze Seligkeit tu dessen Erfüllung sindet, die Furcht vor Gott hält sie, die Eltern, zurück; allein die Jugend ist muthiger, kühner, aufgeklärter, sieht nur eine erbärmliche Vogelscheuche für Spatzen, wo die Eltern noch eine leuchtende und blitzende Feuer- und Wolkensäule für wandernde Menschen erblicken — — Sollten nicht diese, oder diesen ähnliche Gedanken es sein, die jene räthselhasten Erscheinungen im Lebe» erklären? Kaum kann cs anders sein. Es müssen die unjüdisch entarteten Kinder einen Unterschied in dem vom eigenen Herzen und dem vom göttlichen Willen den Eltern diktirten Verlangen erblicken, sonst könn-

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