Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1862)
- Article
- Schewat
- Date
- 1862-02-01
- Page
- 225 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Pädagogische Plaudereien. 225 diese Bestimmung höchst bedeutsam hervor. Sanhedrin 70 b. wird die Bestimmung ולא של עברה in den Worten wiedergefunden איננו שומע בקולנו, indem es ausdrücklich heißt: er gehorcht der Stimme der Eltern nicht, ולא בקולו של מקום, nicht aber, wenn er gleichzeitig damit der Stimme Gottes ungehorsam wird! Wir hätten sicherlich erwarten dürfen, es werde das Verbrechen nur noch dadurch gesteigert, wenn es gleichzeitig nicht nur der Eltern Ehre, sondern auch die Ehre Gottes mit Füßen tritt. Und gleichwohl tritt es hier als Mtlderungsgrund und als geringeres Symptom sittlicher Verworfenheit aus, wenn der ungehorsame Sohn gegen den Willen der Eltern sich in מאכלות אמוו־ות gütlich thut, als wenn er in selbst erlaubten Genüssen gegen den Willen der Eltern schwelgt! Sollen wir die Zeit beneiden, die zu diesem Paradoxon des סורה ומוות fl-Gesetzes einen völlig ansrrichenden Commentar gewährt?! Wer kennt nicht Söhne rrnserer Zeit, die in Allem ihren Glern gehorchen, nur nicht in dem von den Eltern geforderten Gehorsam gegen Gott? Wer ist nicht schon bei diesem Zeit-Räthsel staunend stille gestanden, Kinder zu sehen, die das letzte Hemd verkaufen möchten um ihren Eltern eine vergnügte Stunde zu machen, die in den Tod gehen würden um sihre Eltern auch nur eine verlängerte Lebensmtnute zu erkaufen, die in allen andern Beziehungen den Gedanken nicht ertragen würden sich einst hinter der Bahre der Eltern sagen zu müssen, der Gram, den sie ihnen gebracht, habe mit an ihrem Lebcusfaden genagt, und, wären sie anders gewesen,werweiß, so gtngen sie noch nicht hier weinend hinter der Eltern-Leiche — und doch die Eltern-Freude für den erbärmlichen Heller verkaufen, den sie am Sabbath verdienen, und doch den Cigarre n-Dampf nicht für ein ungekränktes Mern-Leben opfern möchten, und denen doch der Kummer, der herbste Kummer der Eltern, nicht die leiseste Storung in ihre unjüdische Freuden bringt, nicht den kleinsten Tropfen Bitterkeit in den Kelch ihrer unjüdischen Genüsse träufelt, und die mit vollendeter Gcmüthsruhe sich den Flor für's Trauerjahr um den Hnt staffiren, ohne dieleisesteAhnung zu haben, wie ihre unjüdtschx Führung der dunkelste Flor gewesen, der die Jahre des Vaters und der Mutter das ganze Leben hindurch getrübt!! Wer hat nicht bereits vor diesem Räthsel der Zeit staunend