Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1862)
- Article
- Schewat
- Date
- 1862-02-01
- Page
- 220 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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220 Schewat. erwachen, das in aller erster Linie zu stolz ist um der Sinnlichkeit und Gemeinheit zur Beute zu werden. Vor Allem aber der zum jüdischen Manne reifende Knabe, an welchem jüdische Eltern ihre Pflicht gethan. Von früh an hat ihm das Beispiel der Eltern vorgeleuchtet, wie man alle Willensbestrebungen dem höher» göttlichen Willen freudig untcrordnet, und ir^ dieser Unterordnung erst seines eigentlichen Seins und Strebens froh wird, — wie aus dem Leben des wahre» Juden alles Gemeine und Unedle gebannt, das alltägliche Sinnlichste selbst nur mit dem Stempel der Gotteswcihe auftritt, und Ein Geist und Ein Gedanke, Geist und Gedanke der Pflicht, der Mizwah, alles innere und äußere Leben beherrscht. Und es haben ihn die Eltern selbst htneingeführt zu der Quelle, aus welcher sie selbst die Erkenntniß der Pflicht und die Begeisterung und den Muth zur That geschöpft, und die allen seinen Vätern und Müttern, die ganze Vergangenheit hinaus, deren forttragcnder Erbe er ist, der beglückende Leitstern des Lebens gewesen — nicht blos ein paar Eiuübungsstunden während eines halben Jahres zu einem melodramatischen Confirmations-Puppenspiel, — seine ganze Kindheit war eine Confirmations-Vorbereitung, ja, war die Confirmation, die Festigung und Stählung selbst für seinen hehren Eintritt in die Zahl jüdischer Männer — wo jüdische Eltern ihre jüdische Pflicht an ihrem Kinde gethan, da —!בן סורר ומוח־ לא היה ולא נברא — da kann unmöglich ein so mißrathener Sohn hervorgehen, daß ein früher Tod als Rettung einer unter Mensche» dem Verdcrbniß verfallenden Seele erscheinen dürfte. Nicht umsonst hat eben dieses Gesetz Gottes den jungen Menschensoh» eben mit dem Antritt dieser Periode, wie mau spricht, religiös münbig erklärt. Ju den Kämpfen die seiner warten, gürtet Er ihn mit der Kraft seines Beistandes und kämpfend rüstet sich der jüdische Knabe zum Manne. Nicht utnfonft wird er ״Bar Mizwah," ״Sohn des Gebotes" genannt. Glücklich Eltern und Kind, weim ihre ganze Arbeit am Kinde darin bestanden, es mit Antritt seiner Kampf-Aera siegesfreudig der ״Mizwah", dem Gottes-Gebote überantworten zu können, daß es fortan also als Sohn des Gesetzes da stehe und fortlebe wie es bis jetzt ihr Sohn gewesen, daß fortan das Gesetz selber ihr Kind mit forterziehcn helfe und der Einfluß dieses Gott zu zollenden Gcsetzesgehorsams ihr mächtigster Gehülfe im Werke