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Jeschurun · 1862-02-01 · Heft 5 (Februar 1862) · p. 219

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 5 (Februar 1862)
Article
Schewat
Date
1862-02-01
Page
219 (sequence 3)
Language
German
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Pädagogische Plaudereien. 219 ersten drei Monate nach Antritt der Jünglingsperiode, also unter normalen Verhältnissen, die ersten drei Monate nach zurückgelegtem dreizehnten Jahre. Diese Zeit betrachtet somit das Gesetz als die kritische, fürs ganze Leben entscheidende Periode der Charakterbildung, und ist somit allen denen, die aus die sittliche Bildung eines jungen Menschen Einfluß zu üben berufen sind, ganz besonders nahe gelegt, in diesen kritischen Lebenszeiten der jungen Menschenseele väterlich hiilfrcich zur Seite zu stehen und mit weiser Sorgfalt die aufblühende Pflanze eines Menschencharakters einer gedeihlichen Ent- Wickelung entgegen zu führen. Den Erziehern ist ohnehin diese Zeit als die Entwickelungspcriode bekannt. Allein weniger dürfte vorauszusetzen fein, daß sie allgemein aus dem Gesichtspunkte betrachtet werde, den uns das göttliche Gesetz an die Hand giebt. Gemeinhin hegt man die Ansicht, als ob in dieser Zeit gerade die schlimmen Setten des Menschencharakters in den Vordergrund treten. Die Thatfache, daßin dieser Zeitsinnliche Reize und Begierden wach werden, die sich bis zur Leidenschaft und zum Laster steigern können, giebt oberflächlichen Erziehern Veranlassung eben in diesem Zeitpunkt nur das Erwachen des, wie sie es nennen, ״Bösen" ini Menschen und ihre Aufgabe vorzüglich in strengerer. Bekämpfung und Unterdrückung dieses Bösen zu erblicken. Allein, die andere Thatfache, daß das göttliche Gesetz gerade eben diese Zeit des ״wachwerdenden Bösen" als diejenige bezeichnet, in welcher über den ganzen künftigen sittlichen Charakter der Würfel fällt, in welcher ein gewisses Maß unsittlicher Ausschreitungen unter übrigens entsprechenden Verhältnissen als ein sicheres Symptom völliger Uuverbesscrlichkeit betrachtet wird, eben diese Thatsache spricht die entgegengesetzte Wahrheit aus, daß vielmehr der Schöpfer der Menschenseelei! und der Geber ihrer sittlichen Bestimmung gerade in dieser Entscheidungs- Periode nicht so Wohl ein Hcrvortrete» des Bösen, als ei», siegendes Hervortreten des ״Guten" erwartet, und daß, -wie das Wort jübischer Weisheit spricht, ס־א ה׳ב׳ה י׳ה׳ר ברא לו תבלין, hat Gott dem Menschen den Kampf mit der Sinnlichkeit bescheiden, so hat er ihm auch sofort die Waffen zum Siege gereicht, und läßt gleichgültig mit dem beginendcn Kampfe die männlich-sittliche Kraft die Freude an Erkenntniß des Wahren, die bewundernde Nachahmnngölust alles Großen, Edeln und Guten, und das sich selbst achtende Bewußtsein

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