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Jeschurun · 1862-01-01 · Heft 4 (Januar 1862) · p. 188

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 4 (Januar 1862)
Article
Was hat eine gesetzestreue Minorität neologischen Wünschen gegenüber zu thun?
Date
1862-01-01
Page
188 (sequence 16)
Language
German
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188 Was hat üm gesetzestreue Minorität Reformgenossen der Gegenwart vergleichen, und weder ihre Väter noch sich auch nur um ein Haar breit schlechter, um ein Haar breit weniger sittlich, weniger menschlich und bürgerlich rein und ehrbar finden, die ihr und ihrer Väter Leben auch mit dem Leben aller Staatsgenossen nichtjüdischer Eonfessio» vergleichen und mit vollster Gettngthuung gewahren, daß sie auch hier das prüfende Urtheil des schärfsten Auges gottlob nicht zu schauen haben; — die daher mit dem entschiedensten Protest den sie verlästernden und verdächtigenden Insinuationen den Satz laut entgegensetzen: die sittliche und llürgerliche Tüchtigkeit und Ehrbarkeit, die bürgerliche Berechtigung, das sittliche und bürgerliche Gesammtheil, überhaupt der Staat hat in keiner Weise Etwas mit der Umgestaltung oder Nichtumgestaltung des synagogalen Gottesdienstes, mit der Heilighaltung oder Nichthetlighaltung des ״Ceremonialgesetzes" zu schaffen, ja, die so kühn sind den Satz entgegenzusetzen: daß das geistige und sittliche Interesse des Staats, das Staatskapital an Sittlichkeit, Gewissenhastigkett und Rechtlichkeit mit Nichten dabei gewinnen bürste, wenn der Staat einen Theil seiner Staatsgenossen zu leichtsinnigem Abrogiren heiliger Gewissenspflichten verleiten, oder ein solches Abrogiren irgendwie zu fordern sich veranlassen möchte; — die es mit der aufrichtigsten Hingebung an alle allgemeine menschliche und bürgerliche Interessen in vollem Einklänge finden, auf die von Gott, dem Vater und Erzieher des Menschengeschlechts und Lenker der Völkergeschtcke durch den Mund seines Propheten in engster Verbindüng mit der Erlösung der Gesammtmenschheit von allem Uebel verheißene und noch zu erwartende ״Erscheinung eines persönlichen Messias, Rückkehr nach Palästina und Wiederherstellung des Opferdienstes in dem Tempel seines heiligen ewigen Gesetzes zu hoffen und zu beten, zu welchem dann alle Völker strömen werden um dann den wahrhaftigen wirklichen ״ewigen Frieden" auf Erden zu finden; in deren Mund diese Hoffnungen und Gebete keine Lügen sind; — die überhaupt nicht wie der Vers. S. 45 den Bekenntnißgrund der Synagoge nur in der heil. Schrift finden — obgleich ja durch Streichung dieser Hoffnungen und Gebete aus dem öffentlichen Gottesdienst der Synagoge diese ihren Bruch selbst mit der heil. Schrift offen proklamtren würde — und ebenso wenig, wie ebenfalls der Verfasser dort, das Charakteristische und We-

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