Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1862)
- Article
- Was hat eine gesetzestreue Minorität neologischen Wünschen gegenüber zu thun?
- Date
- 1862-01-01
- Page
- 186 (sequence 14)
- Language
- German
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186 Was hat «ine gksktzestrem Minorität Heiligthums Verharrender, die so kühn sind, unterm Gottesstrahl der höchsten Intelligenz gereiste Institutionen nicht mit den Ein- (. fällen einer in dem ,Sommernachtstraum-Schimmer eines Johanj; »iskäfers sich prätensiös brüstenden Intelligenz vertauschen zu wollen, mit einem Worte,sollen die gesetzestreuen und darum für unintelligent verschrienen, von der dem Religionsgesetz entftemdeten, und darum sich für intelligent haltenden Gliedern der Gemeinde in unwürdiger und rechtswidriger Unmündigkeit gegängelt, bevormundet und wider ihren Willen und gegen ihr Gewissen in die Richtung der ״intelligenten" Gesetzesuntreue hineingemaßregelt werden. Darum soll S. 31 ״auch für die vielen Mängel unserer inneren Organisation möglichste Abhülfe" ״mit Unterstützung und Hülfe der k. Regierung gesucht worden," und die ״werde nicht fehlen" wenn die dahin zielenden Vorschläge ״dem Bedürfnisi entsprechen und das religiös sittliche Leben zu fördern geeignet befunden wurden" — obgleich ja jeder Unbefangene sich sagen muß, daß eine Regierung am allerwenigsten im Stande ist aus eigener Einsicht zu beurtheilen, was dem jüdischen religiös-sittlichen Lebe» förderlich oder nachtheilig sei, da ihr ja schon die Kenntntsi des Objekts selbst, was nämlich zum jüdischen religiös-sittlichen Leben in Wahrheit ge-! hört, völlig abgeht, sie dies vielmehr nur von dem eigenen consessiontllen Standpunkt und aus ihm heraus zu benrtheilcn im Stande ist, und es meistens noch durch die Brille der ihrem eigenen kirchlichen Standpunkt am meisten analog scheinenden religiösen Partei- Richtung im heutigen Judenthum anschaut. Wessen sich die ״unintelltgenten" gesctzestreuen Israeliten zu versehen haben, wenn die Ansichten und Absichten des Vers, zur Geltung kommen werden, das deutet er z. B. hinsichtlich einer ״zur j; dringenden Nothwendigkeit gewordenen Synagogen- und Gebete-Ordjj nung" für's Erste nur an. ״Die Erscheinung eines persönlichen Messias, die Rückkehr »ach Palästina, die Herstellung blutiger (sie!) j: Opfer, wovon ״namentlich die beiden letztern, S. 34, in dem Munde! der Meisten eine Unwahrheit sind", dürften alsbald aus der Gebet- Ordnung schwinden müssen, sobald diese Ordnung sich auch auf Prin- > ctpien erstrecken wird. Fürs Erste werden sie sich als ״nothwendtg und unbedingt" die Einführung der Muttersprache resp. des deutscheu Elements in dle Gebete, die Streichung des größtentheils der