Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1862)
- Article
- Was hat eine gesetzestreue Minorität neologischen Wünschen gegenüber zu thun?
- Date
- 1862-01-01
- Page
- 185 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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neologischen Wünschen gegenüber zu thun? 185 3) zu bestehen haben ״in der Kenntniß der Brauchbarkeit oder Unbrauchbarkeit der israel. Ceremonialsatzungen"! Er sieht hier bereits den Gedanken durchdringen, daß der Rabbiner ״tüchtige, durch regelmäßtge klassische Sludten errungene wissenschaftliche Bildung besitzen müsse, diese unerläßliche Vorbedingung für unbefangene geschichtltche Beurtheilung des religiösen Inhalts." Er sucht S. 14 und 15, in allen denen, die sich denn doch mit diesem neuen Geiste nicht so ohne weiters jubiltrend befreunden, ja seinem Eindringen in Synagoge und Gemeinde Widerstand zu leisten und Schwierigkeiten zu bereiten sich erkühnten, Fanatiker, Finsterlinge, Heuchler re. Er preist S. 16 ״die erleuchtete Einsicht und die humane Absicht" der Negierung, ״durch weise Verfügungen" erst ״das religiös-sittliche Leben der Israeliten zu heben und sie damit für die volle Thetlnahme am bürgerlichen Leben heranzuerziehen." Er meint, daß dieses Erziehungswerk nun schon ein so tüchtiges Stück zurückgelegt, daß man schon bet weitem reifer zur Mündigkeit geworden und nun die ״Intelligenten" tn den Gemeinden die Curatel der Gemeinden aus den Händen der Regierung übernehmen könnten! Aber bei Leibe nicht die Gemeinden selbst. ״Wir ״müssen uns jedoch gleich von vorn herein gegen die etwaige Voraus- ״setzung verwahren" — erklärt der Verf. ausdrücklich — ״als streb- ״ten wir eine vollständige Autonomie, ein Sels Governemeut für ״die israel. Gemeinden an. Im Gegentheil, wir würden eine solche ״Autonomie für ein großes Unglück halten. Die Intelligenz wohnt ״nirgends bei der Menge, die dann entscheiden würde, am allerwcnig- ״sten in religiösen Dingen. Diese muß und soll gerade zur ״Jntelltg enz aus unserm Gebiete, zu religiös stttlt- ״chen Fortschritte geführt werden. Dazu bedarf es aber ״der rechten Leitung, einer Leitung, welche wieder tn ״den Gesetzen und tn der Unterstützung und Bethülfe ״einer erleuchteten Regierung ihren Rückhalt und ihre ״Kraft finden muß —" Das ist des Pudels ganzer Kern. Auf der illiberalen Basis einer sich selbst den Ritterschlag der Jntelligenz erthetlenden Aristokratie sollen die tn ״unmündiger" Anhänglichkeit an dem von der allerhöchsten Intelligenz gestifteten, von den leuchtenden Intelligenzen einer mehrtausendjährigen nationalen Vergangenheit getragenen und gepflegten Bau des jüdischen Gesetzes-