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Jeschurun · 1862-01-01 · Heft 4 (Januar 1862) · p. 184

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 4 (Januar 1862)
Article
Was hat eine gesetzestreue Minorität neologischen Wünschen gegenüber zu thun?
Date
1862-01-01
Page
184 (sequence 12)
Language
German
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184 Was hat eine gesehestreue Minorität Andern noch mehr als das Leben heilig und theuer sind, dem er aber bis auf das Verständntß fremd wäre — Ganz besonders aber haben wir darum gleich den ersten Sätzen etwas ausführlich die entgegenstehenden entgegengestellt, um gleich von vorn herein die Frage vorzubreiten, wie sollen denn nun alle diejenigen ihre Gewiffensfretheit und ihre doch mindestens ebenso berechttgten Ueberzeuguugen unter dem Regime der vom Verfasser dargelegten Grundsätze und Anschauungen gewährt finden, die diese Grundsätze und Anschauungen nicht thetlen, sondern in ihnen die völlige Umkehrung der Wahrheit und des jüdischen Pfltchtbewußtseins erkennen? Die Lösung dieser Frage wird aber Jedem zu nur noch gebieterischer Nothwendigkeit erwachsen, wenn wir nun ohne Weiteres noch die weitern an diese irrigen Grundanschauungen sich knüpfenden Aeu- Herungen des Vers, zusammenstellen. Als ob erst durch den sogenannten Geist der Neuzeit das jübische Gemeindewesen zu begründen gewesen, als ob eine ganze, wenn in etwas so vor Allem in dem tnnern Gemeindeleben glänzende Bergangenheit von säst zweitausend Jahren gar nicht vorhanden wäre, und uns erst die moderne Zeit zu einem Gemeindeleben hätte erziehen müssen, waren wir dem Vers. S. 7 vor fünfzig Jahren noch die ״Unmündigen", denen die Bevormundung durch den Staat eine Wohlthat gewesen. Natürlich, es war ja, nach dem Vers., der Regterung ״gerade um die Bildung und Pflege des neuen Geistes unter den Israeliten" zu thun, und wenn man den Israeliten die Bestellung ihrer Gemetndeleiter überlassen hätte, so wären wohl ״die Wahlen gerade nach, der Richtung ausgefallen, daß das ererbte Alte möglich unberührt bleiben und nichts Neues geschaffen werde", ״um so mehr, als die ganze neue Einrichtung, wie alles Neue aus dem religiösen Gebiete von der Mehrzahl gewiß mit Mißtrauen betrachtet wurde." Er erblicht als Aufgabe der neuen Zeit S. 6 ״die wahren Mängel der Synagoge" zu erkennen und sie, ״durch einen geläuterten, den reinen Geist der Religion und die Kräftigung der Sittlichkeit fördernden Gottesdienst zu heilen". Er datirt schon einen Fortschritt im Synagogen- und Cultuswesen von der k. Verordnung d. 8. Oct. 1823, durch welche unter anderm die an Rabbiner zu stellenden wissenschaftlichen Forderungen charakteristisch genug auch

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