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Jeschurun · 1862-01-01 · Heft 4 (Januar 1862) · p. 183

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 4 (Januar 1862)
Article
Was hat eine gesetzestreue Minorität neologischen Wünschen gegenüber zu thun?
Date
1862-01-01
Page
183 (sequence 11)
Language
German
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neologischen Wünschen gegenüber zu thun? 183 thums. So aber wurden die Geister von dem bis dahin unbekannteil Strahl geblendet, verloren die Sehkraft für das heimische Licht, verloren das Verständnis für die heimische Wahrheit. Statt europäische Bildung und europäisches Leben mit jüdischem Auge zu schauen und mit jüdischem Maststab zu würdigen, fingen sie an, mit germanischchristlichem Blick jüdische Wissenschaft und jüdisches Leben zu wardeien, — und da stehen wir nun auf dem Standpnnkt, von welchem die Schrift des Verfassers ein so sprechendes Zeugutß gibt. Wir haben uns gestattet, gleich seinen ersten Sätzen unsere, allerdings eine entschieden entgegengesetzte, Ansicht und Anschauung etwas ausführlicher gegenüber zu stellen. Nicht um hier diese Frage erschöpfend zum Auötragc zu bringen. Wir wollten nur von vorn herein doch mindestens daraus Hinweisen, dast es doch auch noch eine andere Ueberzeugung und Ansicht von den Dingen gebe, dast möglicherweise doch die ganze Grundansicht, auf welche, und Grundabsicht, für welche diese Gemeindeversassungsvorschläge erwachsen sind, durch und durch irrig uud von der Macht der Thatsachen gerichtet sein können, wollten von vorn herein zu bedenken geben, daß doch vielleicht eben jene Intelligenz der hentigen Industriellen und.Gelehrtcnstände, die der Verfasser zur Leitung der jüdischen Gemeindeaugelegenheiten berufen sehen möchte, doch eben vielleicht nichts als die krasseste Unwissenheit uud die unverständigste Unmittelbarkeit der Glanbensansichten zu entscheidenden Faktoren bestellen heißen dürfte. Es kommt ja in aller erster Linie darauf an, dast jemand in dem Gebiete, in welchem fein Wort und sein Wille entscheidend fein soll, der Wissende, der Denkende, ein das Rechte Wollender sei. Allein selbst einen mit der Intelligenz eines Humbold's — gewiß die bedeutendste Intelligenz in vielen andern Gebieten — Begabten zum jüdischen Vorstand bestellen, hieße doch nichts anders, als die Ignoranz und die ganze Beschränktheit des Vorurtheils und der achselzuckenden Gleichgiltigkeit zur entscheideuden Leitung berufen. Denn wie viele von all den bevorzugten Gebildeten des Verf's, stehen dem wirklichen, wahrhaftigen Judenthum in Wissen und Leben in einer berechtigter« Stellung gegenüber, als selbst ein Humbold eingenommen haben würde?? Ein Humbold freilich, und auch noch ein Mann von nur dem Hundersten Thetl der Hellen Intelligenz und des Nechtsgefühls eines Humbold's würde sich keinen Einfluß aus ein Gebiet und auf Verhältnisse gestatten, die

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