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Jeschurun · 1862-01-01 · Heft 4 (Januar 1862) · p. 180

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 4 (Januar 1862)
Article
Was hat eine gesetzestreue Minorität neologischen Wünschen gegenüber zu thun?
Date
1862-01-01
Page
180 (sequence 8)
Language
German
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180 Was hat e£«f gesetzestreue Minorität vielmehr hat unsere Vergangenheit wohl wenige Zetten auszuwcisen, in denen daS verständige Denken in der Religion so herunter und so selten unter Juden war, wie heutzutage. Zum ״Verstandesdenken", wie der Verfasser sich ausdrückt, tn einem Gebiete, gehört doch zu allererst Kenntntß des Gegenstandes, über den man denken und sich ein Urthetl bilden soll; zu einem bewusitvollen Neben oder Verwerfen religiöser Vorschriften, gehört doch zu allererst Kenntntß, und zwar tüchtige, gründliche Kenntntß der religiösen Vorschriften — und nun bitten wir doch den Herrn Verfasser uns zu sagen, wo wir mehr religiöse Kcnntniß, Kenntntß der jüdischen Religton, des jüdischen Reltgionsgesetzes und des jüdisch-religiösen Schriftthums im Volke und selbst im Kreise seiner Lehrer und Priester verbreitet finden — in der neuzeitlichen Gegenwart oder in der unmittelbar vorangehenden alten Zeit? Wie viel Kenntniß der jüdischen Religion, des jüdisch-religiösen Gesetzes, der jüdisch-religiösen Literatur ist denn noch bet den ״intelligenten" Männern der Neuzeit, deren Händen er die Leitung der Gemetndeangelegenhetten gesetzlich übergeben sehen möchte, vorhanden, bet den ״Juristen und Aerzten, den zu Geschworenen, Gemeinde- und Distriktöräthen und in die Handelskammern Gewählten, bei den gebildeten Kauf-, Gewerbe- und Handelsleuten, die für Religion und Fortschritt auf allen Gebieten des Lebens offenen Sinn haben" -יwie Viele machen denn überhaupt tn der Neuzeit religiöse Dinge noch zu Gegenständen ihres eigenen verständigen Nachdenkens? Die ״Intelligenten" unserer Zeit, die Juristen, Aerzte und die gebildeten Kauf-, Gewerbe- und Handelsleute haben in unserer Zeit ganz etwas anders zu thun, als über religiöse Dinge nachzudenken -- das überläßt man ״Männern der Wissenschaft," ״Theologen von Fach," jener Gelehrten-Kaste, in die sich, was noch von religiöser Kenntniß heutzutage vorhanden ist, gcfiüchtet hat, die haben die Resultate für das Volk fertig zu machen, und wenn das Volk ׳— wir meinen die ״Intelligenten" vor Allen — die Resultate zusagend, bequem, zeitgemäß und mit seinen schon ohnehin fertigen Lebensgrundsätzen harmonirend findet, so nimmt cs sie ohne Weiteres, d. h. ohne eigenes, gründliches, prüfendes Nachdenken hin — ja es — wir meinen vor Allem die Intelligenten — wartet gar nicht auf diese Resultate, diese Resultate sind meist nur ein nachhtnkenhes Ja- und Amen-Nicken zu dem, was die ״Jnteüi-

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