Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1862)
- Article
- Was hat eine gesetzestreue Minorität neologischen Wünschen gegenüber zu thun?
- Date
- 1862-01-01
- Page
- 178 (sequence 6)
- Language
- German
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178 -Was hat eine gesehcstreüe Minorität allseitig gerechter Schirmherr dieser Rechte und ihrer unverkümmcrtcn Verwirklichung sein wollen. Hieran sollten vor Allem die gesetzestreuen Juden aller Kreise denken. Völlig gleich gilt es zunächst ob der Entwurf des Vers, anf genommen oder verworfen werde. Die Zustände, an deren Stelle er zu treten beabsichtigt worden, werden sicherlich sich ändern. Der Staat selbst wird sie aufhcbcn, wird sich eines Curatel-Rechts und einer i Curatel-Pfltcht von selbst entschlagen, die ihm nur eine Last sein must, und die er, den jüdischen Gemeinden und ihren confefftonellen ׳ Angelegenheiten gegenüber, gar nicht die Fähigkeit hat nach gewissen- Hafter eigener Einsicht zu erfüllen Darum sollten vor Allem die gesetzestreuen Bekenner des Indenthums sich frühzeitig fragen: was dann? Sollten bei Zellen mit Wachen Augen aus die Warte treten, damit sie die Zeit nicht verschlafen und dann vielleicht gar die Knechtung aus der Hand der eigenen Brüder als ein kalt accompli htnzunchmen sich gemüsttgt sehen, sollten vor Allem durch eine Schrift wie die vorliegende sich ji aus jeglicher Letargie ausgerüttelt sein lassen, die ihnen unzweideutig zeigt, welche Richtung das Heft der Neugestaltung in Händen zu nehmen sich vorbereitet, und zu welchen Zwecken mau sich anschickt, die unausbleiblich kommende Neugestaltung auszubeuten. Wenn, wie der Vers, erzählt, eine Versammlung israelitischer Männer ihn zur Ausarbeitung des neuen Verfassungsentwurfs für die Synagoge aufgefordert und ein Comite zur Prüfung seiner Arbeit bestellt, so legt der Vers, in der historisch-kritischen Darstellung unverhohlen seine Ansichten und Anschauungen vom Judenthum und der von jüdischen Gemeinden zu lösenden Aufgabe, somit aber auch implicite die Richtung da, in deren Dienst jene Versammlung, die ihm das erste Werk für jene anzustrebende Neugestaltung anvcrtraute, die Zukunft der jüdischen Gemeinde zu stellen beabsichtige. Diese Anschauungen und Ansichten dürften daher das ncmste Augenmerk aller gesetzestreuen jüdischen Pfälzer auf sich zu ziehen geeignet sein. Sie zeigen die Richtung, — wie man das heutzutage nennt — die in nicht ferner Zukunft einen dominirenden Einfluß auf ihre religionsgcmeindlichen Verhältnisse gewinnen will, und legen jedem, der in dieser Richtung nicht die seinigc erblickt, der vielmehr in dem Einfluß dieser Richtung auf die Gestaltung seiner