Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1862)
- Article
- Teweth
- Date
- 1862-01-01
- Page
- 159 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Pädagogische Plaudereien. 159 lasten, den Werkstätten, den Bureaux, den Hörsälen, den Studirstuben, den Gertchtsstuben und Fabriken, den Volkskammern und Handlungsbörsen, im häuslichen und öffentlichen Lebens überall in , gleicher Weise mit gleich göttlicher Wethe, in gleich gottdienender Treue zur Verwirklichung kommen will. Als dieser Jakob einst sterbend seine Söhne, die Stämme des künftigen Abraham-Volkes um sich sah, da stand eben so der von dem Brudergefühl der geistig-sittlichen Stammes-Ehre durchglühte Lewi, wie der löwenmuthtge Juda, der aus das von Handelsflotten bewimpelte Meer hinausschauendc Sewulun, wie der im Dienste der Hetmath seine markige Kraft übende Jisachar, Dan und Gab mit ihrer Krtegesgewandthett und Kraft, wie Ascher und Naftalt mit ihrem Ackerbau-Segen, oder wie Josef in dem Glanze des Sittlichkeits- und Segens-Ideals — und כל אלה שבטי ישראל שנים עשר וזאת אשר דבר להם אביהם ויברך אותם, איש כברכתו ברך .אותם, und es waren doch Allesammt gleich ebenbürtige Stämme Israels, und jedem hatte der Vater seine Eigenthümlichkeit ausgesprochen als er sie segnete, hatte jeden nach dem ihm eigenthümlichen Segen hin gesegnet; daß nicht — wie das Wort der Weisheit erläuternd hinzufügt, — weil er dem Juda die Stärke des Löwen, dem Benjamiu die Gewalt des Wolfes, dem Naftalt die Schnelligkeit des Rehes zuertheilt, du meinest, sie hätten nun nicht Alle gleichen Antheil am Segen, darum heißt es: ברך אותם, in ihrer Vcrschiedenartigkeit hat er sie alle mit Einem Segen umfaßt. Diese Einseitigkeit in der Auffassung der jüdischen Lebensaufgäbe bet dem Erziehungsgeschäft ist auch noch in späterer Zeit vielfach schwer gebüßt worden, ja hat sich selbst in trübsten Ersahrungen unserer eigenen Tage schmerzlich gerächt. Wie mancher Sohn eineö frommen Thalmid Chacham mag vielleicht deßhalb dem Judenthum ganz verloren gegangen sei», weil ihn der Vater — ohne seine Anlagen und Neigungen in Voraus zu prüfen — nur zum Thalmid Chacham heranbilden und erziehen wollte, weil er das jüdische Leben und die Erfüllung der jüdischen Pflichten nur in dem Umkreis eines studirenden, beschaulichen Stilllebens kennen gelernt, für welches ihm alle Anlagen und Neigungen fehlten, und wovon ihn das buntbewegte Leben draußen früh schon hinweglockte und das er und — in der ihm anerzogenen Einseitigkeit der Lebensanschauung — mit ihm