Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1861)
- Article
- Kislew
- Date
- 1861-12-01
- Page
- 109 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2932754-2932905-2932909-2946403--07008-2946431- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Pädagogische Plaudereien. 109 welk und früh gealtert ist, in welcher dem frischen Kinde ein frisches unverlebtes, jugcndkrästiges Herz entgegenschlagen soll — die künstlichen Surrogate für Eltern-Erziehung, an welcher eine verbildete Zeit, wahrlich nicht zum Heile der Kinder, so reich ist, und durch welche Väter und Mutter stch der ״Last" der Kindererziehnng entheden, stehen im tiefen Zusammenhänge mit dem Unsegen, daß ihre Kinder keine ״Kinder der Jugend" find. Allein, es ist vor Allem Eine Betrachtung, die unserm Liede den Segen der ״Jugend-Kinder" so nahe gelegt, die insbesondere die Erreichung des Zieles aller Kindererziehnng — ,חצים ביד גמר ״Pfeile in Heldenhand" — von der Bedingung abhängig gemacht haben dürfte, daß sie בני נעורים, daß sie Kinder der Jugend seien. Es ist dies die Kraft, ja die Alles vermögende Macht des Beispiels, die ben mächtigsten Faktor in der Erziehung der Kinder bildet, und I .Pie den besten Theil ihres Zaubers verliert, wenn die Kinder nicht בני נעורים sind. Sind die Sohne und Töchter Kinder jugendlicher Eltern, so gehören sie als Jüngling und Jungfrau, als junge Manner und junge Frauen noch derselben Welt wie Vater und Mutter an. Es ist keine Kluft zwischen Kindern und Eltern, die den Söhnen und Töchtern das Leben der Eltern als die Denkungsart und Lebensweise einer untergegangenen Generation, eines durch die ״Ent- 1i deckungen und Erfindungen, durch die Erfahrungen und Ueberzeugungen der Neuzeit überwundenen Standpunktes" betrachten läßt, und von vorn herein dem Leben der Eltern die Kraft des Beispiels für die Kinder raubt. Es haben die Eltern unter demselben Ein-! flusse, unter den Strömungen desselben ״Zeit-Geistes" sich gebildet, i haben unter den verlockenden, verwirrenden und verführenden Lehren und Beispielen derselben Welt ihre Grundsätze gewonnen und be-! wahrt, ihre Denkungs- und Lebens-Art gereift und gefestigt, haben dieselben Kämpfe zu kämpfen, dieselben Siege zu erstreiten gehabt, und find unter denselben Gestaltungen der Zeit geworden was sie sind. Ja, sic sind noch mitten in diesem Kampf begriffen, Kopf und : Herz sind ihnen noch empfänglich für dieselben Ideen, für dieselben Reize, Leben und Schicksal haben sic noch den Einflüssen derselben! physischen und socialen Welt abzuringen — da treten ihnen ihre i heraureifenden und gereiften Söhne und Töchter als jugendliche f Genossen zur Seite, kämpfen mit ihre Kämpfe, streiten mit