Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 2 (November 1861)
- Article
- Deutschland : Berlin [Nachricht]
- Date
- 1861-11-01
- Page
- 97 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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97 aus der Küche aufsteigender eiserner Schornstein ist in einiger Entsernung von einem gemauerten Mantel umgeben. Der ringförmige Zwischenraum, in den kein Rauch treten kann und der immer warm sein, in dem die Luft also immer die Neigung haben muß, aufznsteigen, dient als Ventilatjonsschaft für das ganze Gebäude. Diese Einrichtung läßt nichts zu wünschen übrig und beschämt eine Masse von Gebäuden, in denen {late Lnsterneuerung ebenso nothwendig, aber entweder gar nicht oder durch ganz unzweckmäßige und unwissenschaftliche Einrichtungen versucht ist. In den Schaft führt aus jedem Zimmer ein Kanal, dessen Durchmesser, wahrscheinlich nicht nach Berechnung, sondern nach Gutdünken, auf 8 Zoll ins Geviert bestimmt ist« Wo der Canal in das Zimmer eintritt, ist er vermtttelst einer complicirten, kostspieligen nnd unseres Erachtens überflüssigen Einrichtung verschlossen, einer blechernen Jalousie, die durch eine Feder fest verschlossen gehalten wird, so lange man sie nicht durch eine Schnur mehr oder weniger öffnet. Wir halten diese Vorrichtung nur deßhalb für überflüssig, weil wir uns keinen Fall denken können, tu dem ein Hospitalzimmer nicht der Entfernung verdorbener Luft dringend bedürfte, ja wir halten sie für schädlich, weil der Zustand der Ruhe der geschlossene ist, also wenn etwas in Unordnung ist, die Schnur reißt, oder von dem Nagel abgleitet, oder ber Wärter nachlässig ist, die Kranken in eine schwarze Höhle eingesperrt werden. Man denke sich eins der 9 Fuß hohen Zimmer mit sieben Pockenkranken belegt und den Ventilator eine Nacht hindurch geschloffen. Wir haben ähnliche Einrichtungen allerdings in England gesehen, aber in den Fenstern, und dort'dienen sie nicht selten zum Abführen, sondern wegen der zwiefachen Strömung, die man in den Jalousieklappen beobachtet har, zugleich Zum Einlassen von Luft, müssen also allerdings wegen des Temperaturunterschiedes unter Controle gehalten werden. Hier hätte ein einfacher Schieber genügt, der im Zustande der Ruhe offen; wahrscheinlich aber, wie gesagt, wäre jeder Verschluß zu entbehren gewesen. Die Zuführung reiner Lust erfolgt hier durch Kanäle, die nach außen offen, in dem Wmbelboden Htnlaufen, ' durch den Ofen gehen nnd die erwärmte Luft in die Höhe von beinahe vier Fuß in das Zimmer ansströmen. Wir wissen nicht, weßhalb man die Oeffnung nicht näher an den Fußboden verlegt hat. Wenn die Betten nicht so sehr hoch wären, so würde die frische Luft über die Nasen der Kranken hinweggehen. Es sei bei der Gelegenheit eines Trugsals erwähnt, dem man oft begegnet: daß der Wtndofen ein genügender, oder gar der beste Venttlator sei. In der That wirkt der Ofen nur, so lange das Feuer brennt, also eine kurze Zeit am Tage. Zweitens sangt er gerade die durch die Spalten oder bei der Oeffnung der Thür eindringende