Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 2 (November 1861)
- Article
- Deutschland : Berlin [Nachricht]
- Date
- 1861-11-01
- Page
- 98 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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98 frische, kältere und darum schwere, auf dem Fußboden lagernde Luft auf, während die wärmere, durch die Lunge verdorbene zunächst unberührt bleibt. In einer uns freundlich mitgetheilten Nummer der » Zeitschrift für wissenschaftliche Therapie (Band V., .Heft 3) wird daher von A. Bernhardt 86a. chr zweckmäßige Vorschlag gemacht, wo man auf den Ofen angewiesen ist, die Heizthür hermetisch zu schließen und aus dem übrigens auch ganz geschlossenen Aschenfalle eine Rohre außen vom Ofen bis-in die Nähe der Decke zu führen. Aber, wie gesagt, ist der Ofen überhaupt ein ganz dürftiger Nothbehelf, selbst für Wohnzimmer. Zur Ausführung des Baues waren etwa 150,000 Thlr. aus Beiträgen, die der Gemeindevorstand in Zeit von zwei Monaten zusammcngcbracht, 30,000 Thlr. aus früheren milden Gaben und einem Legat der Frau Sarah Lcvh, und 50,000 Thlr., die man aus dem Verkauf des alten Krankenhauses zu losen hofft. Mit der architektonischen Leitung des Baues wurde der Kvnigl. Baurath Herr Knoblauch, mit der Ausführung der Baumeister Herr Haehnel betraut. — Italien. Venedig, 25. Scpt. Wir geben hier nach der ״Wiener Zeitung" den Nekrolog eines Mannes, dessen Lebensganz ein glänzendcs Beispiel jener gottlob in jüdischen Kreisen nicht seltenen Euergie des Willens und Elasticität des Geistes ist, die sich trotz der Ungunst der Umstände, die die Wiege umgiebt und daS Kind und den Knaben bis ins Jünglingsalter begleitet, durch eine Fülle inmm Kraft sich empvrzuarbciten weiß bis sie als leuchtendes Meteor im Gebiete der Wissenschaft aufgeht. In seinem zwölften Jahre stand Romanin als fremder, mittelloser Waisenknabe in Venedig und starb jetzt dort in seinem 53. Lebensjahr als weithin geachteter For-. scher allgemeiner, insbesondere seiner vaterländischen Geschichte. Ihm widmet die gedachte Zeitung folgenden Nachruf: ״Professor ׳Samuele Romanin ״Am 9. September ist Professor Romanin in Venedig in dem noch rüstigen Alter von 53 Jahren aus dem Leben geschieden. Kein drohendes Anzeichen war dem nach kurzer Krankheit rasch eingetretenen Tode vorangegangen; der Hingeschiedene hatte sich der ganzcn Fülle seiner reichen physischen und geistigen Kraft erfreut, als die heimtückische Krankheit die Wurzeln seines Lebens erfaßte und ihn schon nach drei Tagen den Seinigen entriß. Verwandte und Freunde beklagen den Verlust des mit den glänzendsten Eigenschaften des Gemüthes und Geistes ausgerüsteten Mannes; die gelehrte Welt ist um einen der eifrigsten Forscher auf historischem Gebiete ärmer geworden.