Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 2 (November 1861)
- Article
- Wie gewinnen wir das Leben für unsere Wissenschaft?
- Date
- 1861-11-01
- Page
- 87 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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87 für unsere Wlffenschäftt und ihrem ewigen tiefen Zusammenhänge mit der ewigen, über alle zeitliche und örtliche Verhältnisse erhabenen, von allen zeitlichen und örtlichen Verhältnissen unabhängige» Natur der Menschen und Dinge, der Zustände derVvikcr und ihrer einzigen möglichenHeileshoffnnng aufErden zu erfassen, zu begreifen mich zur Anschauung und zum Bewußtsein der Zeitgenossen zu bringen, daß sie eben dieses Gesetz in seiner unverkürzten Totalität als das leuchtende Höhrziel Israels und der Menschheit, als das einzige Erlösungsmittel von allem irdischen Jammer erblicken, und darum diesem Gesetze froh und freudig den Eingang in ihre Gedanken-, Empfindung- und Thaten-Welt öffnen, und ihm mit freudiger Hingebung den Huldtgungöthron in ihren Häusern und Familien zurecht stellen möchten was hat sie gethan, diese modernste 801 clisant jüdische Wissenschaft par excellence, um auch nur eine lebendige Minute ans der lebensvollen Gegenwart mit Recht zu beanspruchen? Sie hat von allem diesem Nichts gethan, sie hat von Allem diesem Nichts versucht. Was sich seit einigen dreißig Jahren jüdische Wissenschaft nennt, ist mitnichten eine Wissenschaft des Judenthums- Fragmente zu einer Wissenschaft vom Judenthum, und meist nur vom äußern literarischen Beiwerk des Judenthums, haben sie geliefert, aber das Jndenthum selbst, Sprache, Schriftthum, Gesetz des Judenthumö nach seinem sachlichen Inhalt und Gehalt, nach seiner Bedeutung in alle Gegenwart und Zukunft, eine wissenschaftliche Construirung des Judenthums vom eigenen innern Mittelpunkt heraus fürs jüdische Leben —was lag ferner als dies von ihrem Blick! Von der ersten großen Entdeckung des Jahres 1839 im כחש חמד, daß die den Psalm 40. dem David vindicirende Ueberschrift falsch sein müsse, weil wir nirgend finden, baß David in Koth gesteckt, der Psalm vielmehr von Jeremias herrühre, der allerdings in dem Schlamm der Gefängnißgrube versenkt war, auf dessen Zeit auch das מגלח ספר des Verses besser passe, weil man erst zu Jedemias Zeit mit Diute zu schreiben begonnen, bis dahin aber nur das mühsame Eingraben in Stein re kannte — (obgleich freilich schon IV. B. M. 5, 23 Geschriebenes in. Wasser ausgelöscht wird und הלכה למשה מסיני שיחו מהבין בעורוח ומחמי בדיו) — bis zu der noch größer» Entdeckung unserer Tage, daß das Verbot der ,הוצאה am Sabbath doch schon alt sei, weil bereits Jeremias seiner Beachtung das