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Jeschurun · 1861-11-01 · Heft 2 (November 1861) · p. 79

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 2 (November 1861)
Article
Wie gewinnen wir das Leben für unsere Wissenschaft?
Date
1861-11-01
Page
79 (sequence 7)
Language
German
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für unsere Wissenschaft? 79 derstuben und Gesellschaftssalons, unfern Bureaus und Ateliers, unseren Märkten und Börsen, unfern Geschäften und Vergnügungen %(t diesen Dogmen des bloßen Glaubens und Höffens zu fchaffcn, daß es das Bedürfniß fühlen sollte, dem Studium dieser Dogmen mehr als ein Paar verlorene Minuten des geschäftigen Daseins abzuwerfen? Wir wagen aber vor Allem zu fragen, wenn daS Indenthum wesentlich in dieses Glauben und Hoffen aufgcht, wesentlich bereits mit diesem Glauben und Hoffen erbaut wäre, welches eingehenden Studiums eines so umfassenden Schriftthums wie die ״jübischen Quellen" bedürfte es denn, um die Jungen und Alten für dieses Glauben und Hoffen zu gewinnen, um unserer Jugend die Dogmen dieses Glaubens und Höffens zugänglich zu machen? Ja, bestünde unser Judenthum vorzugsweise in Glauben, Hoffen und Beten, wie sollte da nicht ein eingehendes und zeitraubendes Studium eines Schriftthums wirklich als überflüssige Zcitvcrschwcndnng betrachtet werden, das den Dogmen dieses Glaubens und Höffens nur einen geringen, fast bis zum Verschwinden geringen Anthcil seines Inhalts zuwendet, das von ganz andern Dingen handelt, als von Dem, was wir zu glauben und zu hoffen haben, das diese Dogmen des Glaubens und Höffens fast mehr nur vorauösctzt um Raum für andere Dinge zu gewinnen, die cö nicht ,voraussctzcn kann, die wir nicht wüßten, wenn sie uns nicht positiv gegeben wären, die aber von etwas ganz anderem handeln als von Gott und seinen Eigenschaften und von den Erwartungen im zukünftigen Leben, von Dingen handelt, die eben in unscrn Küchen und Zinnncrn, unfern Kinderstuben und Salons, unfern Bureaus und Ateliers, unser» Märkten und Börsen, unscrn Geschäften und Verguügnngcn ihre Verwirklichung finden wollen, und diese Verwirklichung selber als unerläßliche Bedingung alles dessen setzen, was wir zu glauben und zu hoffen haben, denen wir aber unser Leben in allen diesen Krcisen und Beziehungen beharrlich verschließen, und deren Kcnntniß wir darum folgerichtig uns und unfern Kindern, wo möglich bis zum letzten Bewußtsein fern halten müssen, wenn wir nicht vor uns und unfern Kindern als von Gott gerichtet und verworfen und alles dessen verlustig erscheinen wollen, - was wir trotzdem noch glauben und 'hoffen möchten?! Täuschen wir unö doch nicht. Es ist ja nicht wahr, daß die Thora und die Propheten und unsere Weisen jenen ״innern Cultus", jenes Glauben, und wie gefordert wird, auf spekulativem Grunde

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