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Jeschurun · 1861-11-01 · Heft 2 (November 1861) · p. 78

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 2 (November 1861)
Article
Wie gewinnen wir das Leben für unsere Wissenschaft?
Date
1861-11-01
Page
78 (sequence 6)
Language
German
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78 Wie zcwtnncn wir das Leben die rabbinatliche Fürsorge daraus beschränken muß, vom jüdischen Bar-Mizwa-Knabcn, vom Kinde jener Eltern, die Gott den Fahnencid zur Thora am Sinai geschworen, von dem Glicde jenes Geschlcchtö, auf welches Gott die Stützen seines Reiches auf Erden gegründet — מפי עוללים ויונקים יסדת עוז — von den Kindern, deren lernender Mundcs-Hauch --- um mit dem Ausdruck unserer Weisen zu sprechen die Welt trägt, ״die Uebersetzung einiger Gebete wie שמע — אלרי נשמה — שמנה עשרה und die Uebersctzung der עשרת הדברות" zu fordern!! Wie weit, weit ab und den jüdischen Elementen entfremdet muß sich das ganze Leben einer so großen jüdischen Gemeine im Allgemeinen bewegen, wenn, um selbst die Miuimalforderung eines jüdischen Minimums zu erreichen, ein so großer Aufwand pastoraler Ermahnung und Ansprache nvthig erscheint und — wir fürchten — vergebens ausgewendet wird! Verzeihe man uns daS offene Gcständniß. Die Sache ist zu ernst, ist, wie wir bereits gesagt, von zu allgemeiner, weit über das Weichbild der Lutetia reichender Bedeutung, als daß ein Rückhalt verzeihlich wäre. Wie dürfen wir hoffen, das Leben wieder für die jüdische Wissenschaft zu gewinnen, wie dürfen wir hoffen der jüdischen Wissenschaft, der Kenntniß jüdischer Religion wie man es nennt, wie dürfen wir hoffen der תורה, diesem ersten jüdischen Fundamente auch nur das geringste Plätzchen in dem Lehr- und Erziehungs-Plan der jüdischen Jugend, in dem Gedanken- und Studium-Kreise der jüdischen Familien wieder eingeräumt zu sehen, wenn uns תורה den ״innern Cultus" dieses Pastoral-Schreibens bedeutet, und dieser innere Cultuö eben mit diesem Pastoral-Schreiben, wie das immer darin wiederkehrt, in das, was wir zu glauben und zu hoffen haben aufgeht, in, wie dies speciell definirt wird, in die bewußte ״Kenntniß von Gott und seine Eigenschaften, den Glauben an seine Lehre, die Hoffnung eines künftigen Lebens, einer bessern, de» Lohn für die guten Werke bringende Welt," und wenn ebenso der äußere Cultus — also alles das, was noch außer der Menschenliebe, der נ״ה, von dem jüdischen Elemente in die äußere Erscheinung eintritt, — vorzugsweise in das Gebet aufgeht! Wir wagen zu fragen, wie viel hat denn die ganze Strömung des wirklichen Lebens in unfern Küchen und Zimmern, unfern Kin-

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