Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 2 (November 1861)
- Article
- Wie gewinnen wir das Leben für unsere Wissenschaft?
- Date
- 1861-11-01
- Page
- 76 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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76 Wle gewinnen wir!das Leben der Proselitenmacherek widerstehen könnten ״die sie in unfern Tagen mit immer wachsender Kühnheit sich vermehren sehen." Die Confirmation sei zwar eine der schönsten Einrichtungen der modernen Zeit. Allein sie müßte den Erfolg haben die Kinder zu nöthigcn sich zuvor mit der Religion zu durchdringen, welcher anzugehörcn sie erklären und welcher ihr Lebelang treu zu bleiben sie versprechen wollen. ׳׳ Allein das, was geschieht, ist weit entfernt dieser Absicht zu entsprechen. ״Die Kinder, vor Allem diejenigen, die nicht jüdische Schu- ״len besuchen, sind fast gar nicht vorbereitet, wenn sie sich zu die- ״ser Ccremonie melden. Sie haben ein paar Stunden gehabt, haben ״ein paar Phrasen aus dem Neligionsbuch auswendig hersagen ge- ״lernt, ein paar Gebete, ein paar Bruchstücke ans der heiligen Ge- ״schichte und das ist Alles." Cs werden daher die Lehrer und Familicn-Däter anfgefordert, ״diesem wesentlichen Zweig der Erziehung eine größere Sorgfalt zuzuwcndcn." Zn diesem Ende hat das Nabbinat beschlossen, daß sich die im Laufe des Jahres zu confirmirenden Kinder immer in den auf die Herbstfcicrtage folgenden zwei Monaten mit Angabe ihrer Lehrer und Schulen melden sollen, damit man den Unterricht überwachcn, leiten und nöthigenfalls ergänzen könne und ״nach Pcßach solle eine allgemeine Prüfung statt haben, welche zum Gegenstand hahen werde: für die Mädchen: Hebräisch Lesen, ein kurzer Abriß der Religions- und Sitten-Lehre, und die heil. Geschichte bis zur Zerstörung deö zweiten Tempels; für die Knaben außerdem: die Uebersetzung einiger Gebete, als שמע ״- אלדי נשמה — שמונה עשרה «nd dcr Zel)ng ebote." (!!!) Um diese Ziele zu erreichen folgt eine warme Apostrophe an die Brüder und Schwestern, in welcher, nebst gebührender Anerkcnnnng des löblichen Strcbens ihre Kinder in allem Möglichen nuterrichten zu lassen um sie die Wege der materiellen Nahrung, ja glänzende Carriere und ausgezeichnete Stellungen in der Welt finden zu lassen, getadelt wird, daß man nicht genug au ihr sittliches und religiöses Leben denke, nicht genug daran denke, daß sie Inden sind und Juden bleiben sollen. ״Mögen sie sich doch in