Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 2 (November 1861)
- Article
- Wie gewinnen wir das Leben für unsere Wissenschaft?
- Date
- 1861-11-01
- Page
- 75 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2932754-2932905-2932908-2946310--06947-2946360- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
75 für unsere Wissenschaft? faulen der ,,religiösen Gesellschaft" sind ihm, ״der innere Kultus, der äußere Kultus, die Menschenliebe." Die nun, der ״innere Kultus" ist ihm ״die eigentliche Basis ״der Religion, es ist der Glaube in seiner ganzen Wesenheit und ״Wahrheit. Der innere Kultus ist die Kenntnis; von Gott sind sei- ״neu Eigenschaften, der tiefe Glaube an seine Lehre, die Hoffnung ״auf ein künftiges Leben, die Erwartung einer bessern Welt, wo ״alle hienteden geübten Werke von der höchsten Gerechtigkeit werden ״belohnt werden. Ohne diesen innern Kultus ist keine Religion mög- ״lich, gicbt's nur eine Masse eitler Cercmonien, die nicht nur müs- ״sig und bedeutungslos sind, sondern eine wahre Beleidigung der ״göttlichen Majestät bilden. Die Thora, alle Propheten, alle unser! ״Weisen haben diesen innern Cultus als das eigentliche Fundament e ״des Judenthums gesetzt. Alle schreiben ihn als erste und absolute ״Nothwendigkeit vor; Alle empfehlen ihn aufs Nachdrücklichste unter ״dem Namen Hcrzens-Psiichten: ״.חובוח הלבבות ״Aber dieser Cultus selbst kann nur wirkliches Dasein und ״seinen ganzen Werth nur dann haben, wenn er vom Bewußtsein ״begriffen wird nnd wenn der Gläubige sich gehörige Rechenschaft ״giebt von dem, was er glaubt nnd hofft. Um aber zu diesem Re- ״snltate zu kommen, giebt cs nur einen möglichen Weg, den rcli- ״giösen Unterricht, das anhaltende und ausdauernde Studium der ״Quellen des Judenthums, nnd daS ist der Sinn jener wichtigen ״Vorschrift, die uns empsiehlt ״tags und nachts daS göttliche Gesetz ״zu studtren: "•והגית בו יוטם וליליה ״Diese heilige Pflicht wird aber nun sehr unter uns vernach- ״laßigt. Das Studium der Thora wird weltlichen Beschäftigungen ״geopfert, oder bleibt nur unvollkommen; die religiöse Kenntniß ist ״entweder gar nicht oder ungenügend vorhanden. Die Religion ist ״nicht wehr ein Gegenstand der Unterhaltung in unfern Familien, ״PPN זמירות היו לי; — sie beschränkt sich auf eine dürre und ober- ״flächliche Unterweisung, glücklich, wenn man ihr auch noch nur die- ״sen bescheidenen Antheil gönnt." Das Pastoral-Schreiben fährt nun fort zu zeigen wie mit dieser schwachen ״Dosis des Glaubens und der Grundsätze" die Kinder unmöglich--Hute und treue, des Namens wahrhaft würdige Inden, unmöglich fest in ihrem Glauben werden und den Versuchungen 5*