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Jeschurun · 1861-11-01 · Heft 2 (November 1861) · p. 60

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 2 (November 1861)
Article
Cheschwan
Date
1861-11-01
Page
60 (sequence 4)
Language
German
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60 Cheschwan. hfiten, und warnt davor, daß die väterliche Erziehung nicht in Tyrannei ausarte, die nur verbietet und gebietet um ihre Gewalt zu äußern, und, an die Stelle einer die Natur und die Bestimmung des zu Leitenden allein im Auge habenden, und sich selbst einem hö- Hern Gesetze unterordnenden Waltung, ein Regiment des Absolutismus und der Willkür treten läßt. In eigenthümlicher Weise sehen wir dieses Verhältniß des Daters und der Mutter zu dem Geschäfte der Erziehung in dem Buche ausgeprägt, das überhaupt Lehren über die Erziehung und erziehende Lehren zu seinem eigentlichen Inhalte hat, wir meinen das Buch der Sprüche Salomo's, aus dem auch der Spruch entnommen ist, den wir am Frühsten unfern Kindern in den Mund legen: שמע בני מוסר אביך ואל תטוש תורת אמך, und der ähnlich dem andern lautet: מוסר .נצור בגי מצות אביך ואלתטוש תורת אמך und מצות sehen wir da vorzugsweise dem Vater überwiesen, das ״Gebot und die Zucht", eigentlich das ״Gebot und die Beschränkung", somit das ursprüngliche ״Ja und Nein" der Lebensbestimmung und der Ent- Wickelung für diese Lebensbestimmung. Allein, daß diese Mizwah und dieses Mussar nun auch תורת werde, daß sie (von תרת) als Leben erzeugende Keime nun in Geist und Gemüth des Kindes sich hiueinlebcn, daß Geist und Gemüth des Kindes für Mizwah und Mussar auch ״empfänglich" werde, und die vom Vater gegebene Mizwah und Mussar auch ״empfange", nicht blos äußerlich befolge, sondern innerlich also gesäet und gepflanzt sein lasse, daß sie Geist und Gemüth als fruchtbaren Boden für ihre Verwirklichung völlig gewinnen, und was zuerst als ״Gebot und Zucht" äußerlich gegeben ward, dann fürs Leben sich von innen heraus entfalte, kurz daß die durch väterliche Mizwah und Mussar gegebene Lebensrichtung Charakter der geistigen und sittlichen Natur des Kindes werde diese, allen Erfolg der Erziehung tragende Bedingung des Elterngeschäftes sehen wir vor Allem von der Mutter erwartet: מצות und מומר vom Vater, תורת der Mutter! Das Geschäft der Erziehung selbst nennt die heilige Sprache:!אמגת, אמו. Der Wärter, der den Säugling trägt, ist אומן- Mardochat, der die Hadassa erzieht, ist אומן, und noch als Königin Esther befolgt sie Mardochai's Gebot, wie zur Zeit da sie bei ihm in Er-

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