Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 2 (November 1861)
- Article
- Cheschwan
- Date
- 1861-11-01
- Page
- 59 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Pädagogische Plaudereien. 59 tes die Könige Juda's nennt, die als Männer Fluch oder Segen ihrem Volke brachten, da vergißt sie nimmer die Namen der Mutter zu nennen:!ושם אמו צביה מבאר שבע, ושם אמו חפצי בך u. s. w. wohl sicher um uns zu lehren, daß, wenn die Geschichte von dem Einen ihr 'ו׳ עש אח הישר בעיני ד und von dem Anderen ihr ויעש הרע בעיני ר׳ niederschreibt, jenes ישר und dieses רע vor Allem in dem Mutterschoß wurzelt, der sie getragen, in der Muttermilch, die sie gesäugt, in dem Mutterherzen, das sie gepflegt, in dem Mutterblick, der ihrer gewartet, in dem Mutterwort, das Herz und Blick der Mutter in des Kindes Herz gesäet und in dem Kinde einst die Keime gezeitigt, die einst im Manne Segen und Fluch bereitend aufgcgangen. Und wenn Salomo noch als König seiner Mutter einen Thron zur Rechten des Scinigen stellen ließ (1 Kön. 2, 19) so hatte er wahrlich ein Recht dazu; denn es war die Mutter, dis״ ihn Königsweisheit (Prov. 31) gelehrt, die ihn vor Königs-Verirrungen gewarnt, und seines Volkes spätester Ruin hatte nur darüber zu klagen, daß er diesen Mutter-Warnungen nicht in allen Stücken gefolgt. Aber der Vater ist אב, raä.,אבר, cinwtlligen, von dessen ״Wollen" die physische Existenz und die geistige und sittliche Erziehung' des Kindes Ausgang und Richtung nimmt. Die Mutter ist der Hauptfaktor, der Vater aber der Hauptmotor des Daseins und der Erziehung. Die Mutter ist der Steuermann des Familienschiffes, der Vater der Kapitän, der Richtung und Weisung zu ertheilen hat, und ohne dessen Einwilligung nichts geschieht. Indem aber dieses väterliche Wollen אבה genannt wird, nicht רצח, חפ/׳ u. s. w. sagt eben diese Benennung dem Vater, nicht sei das Kind um des Vaterö willen, sondern der Vater um des Kindes willen da; es habe nicht der Vater das Kind seinen Zwecken dienstbar zu machen, das Kind nicht für sein Interesse zu erziehen, sondern die Bestimmung und die Wohlfahrt des Kindes das Ziel sein zu lassen, welchem der Vater sich mit seinen Bestrebungen zu ״fügen" habe; denn ,אבר heißt sich den Wünschen der Andern fügen (daher auch;אביו und .אניות אבר, leicht zu lenkende Schiffe), des Andern Wünsche erlauden. ES lehrt ferner diese Bezeichnung die große Grundwahrheit, es habe die väterliche Erziehung die Entwickelung des Kindes nur zu überwachen und durch ihr Veto vor Ausschreitungen zu 4#