Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1861)
- Article
- Der Leviathan
- Date
- 1861-10-01
- Page
- 25 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Leviathan. 25 gen aus, von dem Palaste aus Marmorquadern bis zu der winzigen Barracke des Kossäten, die nur כ׳ כהלכתן ושלישית אפי׳ טפח aufzuweisen hat. Allein nur in den Beziehungen von Mensch zu Mensch, in den Beziehungen des socialen Lebens, in den מחיצות, die das רשות eines Jeden bilden, hat diese Verschiedenheit des Antheils an dem von Natur- und Menschen-Geist Gewährten Macht und Bedeutung. In dem, was uns Alle schützt, in dem, was dem Fürsten in dem Palaste und dem Kossäten in der Baracke, was dem Palaste und der Baracke Schutz und Heil, Dauer und Segen zu gewähren vermag, darin sind wir Alle, Fürst und Häusler gleich. Das klüstet die jüdische Welt von der nichtjüdischen Welt. Die ntchtjüdische Welt ist von dem Wahn geleitet, es habe der Mensch die Gunst der Natur abzugewinnen und seinen Geist in Natur beherrschender Wissenschaft und Kunst zu entfalten, um seine Existenz auf Erden zu sichern und zu beglücken. Diese Sicherung eines beglückten Daseins auf Erden ist des Einzelnen und der Gesammthett höchstes und letztes Ziel, dem Alles, vom Materiellsten bis zum Geistigsten wie Mittel zum Zweck sich unterzuordnen hat, und es dünkt dem Einzelnen und es dünkt der Gesammtheit ihre Aufgabe nicht gelöst, so lange sie den Bau ihres Daseins und Glücks auf Erden bis zu der äußersten Zinne des Dachstuhls durch Natur- und Menschen-künstliche Macht ausgebaut und gegen jeden andern Einfluß sichergestellt. Und eben dieser Wahn, der nicht nur die מחיצות sondern auch das סכך, das schützende, deckend vollendende Element rein nur von Natur- und Menschen-Macht erwartet, und diesen naturmachtigen menschenkünstltchen Ausbau des schützenden Dachgipfels des Lebensbaus als letztes, alles Andere bedingende Ziel erblicken läßt, dieser Wahn ist es, der — Gelbster- Haltung und Selbstbeglückung als letztes, höchstes Ziel überall setzend — den Egoismus als berechtigtste Potenz in alle Fugen des Einzel- und Gesammtlebens bringt, Kraft in Macht und Gewalt und Geist in Klugheit und List egoistisch entsittlichend verkehrt, der die Macht mit dem Nimbus göttlicher Majestät umgiebt, den Schwachen vor dem Starken, den Einzelnen vor der Gesammt-Macht zur Kntebeugung niederducken lehrt, um in kluger Berechnung durch diese Unterordnung den zur Selbsterhaltung und Selbstbeglückung vermeintlich nothwendigen Antheil an der Macht und der Gewalt zu gewinnen