Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1861)
- Article
- Der Leviathan
- Date
- 1861-10-01
- Page
- 21 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Leviathan. 21 heit zur Sette, daß bis jetzt Herrschaft überhaupt sich nur auf Macht gegründet, nie das Geistige herrschend geworden und statt, daß Geist als das Herrschende und Macht nur als Werkzeug zur Vollbringung der Zwecke des Geistes dastehen sollte, alles Geistige nur zum Werkzeug der Macht erniedrigt ist und seinen Werth und seine Bedeutung nur in Mehrung der Macht und der Gewalt angewiesen findet. Während beide, Macht und Geist, im großen Ganzen der bisherigen historischen Erscheinungen mißbräuchlich entartet erscheinen, imponirt die Macht selbst in ihrer mißbräuchlichen Entartung noch, die Menschen beugen sich der Gewalt; aber das zu einer in listigen Krümmungen sich windenden Schlange entartete Geistige wird dem Menschen — eben weil es das ursprünglich geistige Höhere ist und er in der Schlange sein göttliches Ebenbild in entwürdigster Entartung erblickt — zum widerwärtigen Scheusal, das ihm nimmer das Joch imponirender Herrschaft auszulegen vermag. Die materielle Macht, bis zur rücksichtlosen selbstsüchtigsten Gewalt entartet, spielt ihre Rolle in dem historischen Reiche der Weltereignisse aus. Das zur List und Klugheit entartete Geistige bleibt ausbewahrt für die zu erwartende Zukunft, in welcher es, mit Gerechtigkeit vermählt, den Herrscherthron der Welt besteigen wird — Uns dünkt, es habe die sprachlich und exegetisch gegebene Auffaffung des לויתן sich uns auch als natürlicher ungezwungener Schlüssel znm Verständniß der agadischen Worte unserer Weisen bewährt, und würde konsequent sich nun der andere agadische Satz: כל מי שמקיים מצות סוכר, ב׳עה׳ו ה׳ב׳ה מושיבו בסוכתו של לויתן לעתיד לבא dahin aussprechen: ״Wer das Hüttcn-Gebot in di eser Zeitlichkeit erfüllt, dem giebt Gott Sitz in der Hütte des Völker-Vereins zur Zeit der zu erwartenden Zukunft." Zn der That sehen wir nun aber auch nicht nur die Erfüllung des Suckah-Gcbotes mit ihren beglückenden Folgen in engste Verbindung mit jener Zukunft gesetzt, die über welterschütternde und umwandelnde Katastrophen zur endlichen, wirklichen und wahrhastigen Gesammterlösung der Menschheit auf Erden führt: ״Werdas Gebot der Suckah erfüllt, den schützt Gott מחמתו של יום תבא, vor der vernichtenden Glut der kommenden Zeit;—" nicht nur spricht sich das agadische Wort unniittelhar zuvor ebenso dahin aus ״wer das Suckah-Gebot in dieser Welt erfüllt, den: giebt Gott in der zu er-