Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1861)
- Article
- Tischri
- Date
- 1861-10-01
- Page
- 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 Ttschrt. nenpredtger und Gefühlshierophantcn, daß auch das Jndenthum nichts als eine ״Religion" sei, die wesentlich auf jener Sphäre mächtiger, aber durchaus unklarer, durch die verschiedensten Objekte von der Welt anzuregender Stimmungen und Empfindungen bastre, und wie sie mit יום תרועה unsere Jahre beginne, eben so auch zunächst an diese subjektive Welt innerer Gefühle und Rührungen den ganzen Aufbau und Ausbau ihrer Institutionen anknüpse? Ein Blick auf eben diesen יום תרועה, auf die gesetzliche Einführung seiner Institution, so wie auf die Verwirklichung desselben im jüdischen Leben, genügt, um gerade in ihm den lautesten Protest gegen jede solche Annahme zu vernehmen. Nicht als יום וזרועה, als ז כ רו ן תרועה führt das Gesetz ihn zuerst in Israel ein — und mvgen wir dies nun als תרועה bewirkendes, oder durch תרועה zu wekkendes זכחן begreifen — die Analogie mit שופר תרועה, יום תרועה, spricht ohnehin für das Erstere — immer wird nicht תרועה י, sondern זכרון, Gedächtnis, Erinnerung, Besinnung, also eine durchaus wache, Helle, klare, ja die klarste, hellste, Vergangenes und Vergessenes wieder in das Helle Bewußtsein zurückrusende Getstesthätigkett, die Ausgäbe sein, die den Tag vor Allem charakterisirt. Und יום הזכחן, nicht יום תרועה, lnrtet die Bezeichnung, welche unserm Nationalbewußtsein die Bedeutung dieses Tages festhält. Es ist ihm vor Allem die Thatsache, daß der Allerhöchste unser am ר״ה gedenkt, daß an der Schwelle unserer neuen Zukunft unsere Vergangcnheit mit allen ihren, unserm Bewußtsein entschwundenen Einzelhciten von dem prüfenden Richter und Zukunftspender überschaut, erwogen und für diese Zukunft gewürdigt wird, es ist vor Allem diese Thatsache, die dem jüdischen Geiste und Gemnthe den ר״ה zum יום תרועה und יום זכרון macht, die jüdische Geister und Gemüther mit der Allgewalt ihres mächtigen Inhalts aufschüttclt, aufrüttelt und wachruft — nicht zum inhaltlosen Brüten, nicht zum gedankenlosen Zittern, nicht zur weinerlichen ״Unruh", sondern zum hellsten,.klarsten, verstandvollsten Geschäft des Selbstgedenkens, der Selbsterinnerung und der Selbstbesinnung, um dem;יום!פתו in der Hohe mit dem entsprechendsten יום ופרע auf Erden zu begegnen. Ja, jeire instrumentaleir Töne selbst, wie sie im jüdischen Lager-Lebeu nicht eine inhaltlose Sprache an das Gemüth, sonderir eine Signal-Sp rache an den Verstand gewesen, und ״schwel-