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Jeschurun · 1861-10-01 · Heft 1 (Oktober 1861) · p. 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 1 (Oktober 1861)
Article
Tischri
Date
1861-10-01
Page
5 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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Der alte Tischrt und die moderne «Religion". 5 leibhaftigen Teufelserscheinungen restaurtren. Wo wäre auch die Grenze wenn unser Gefühls- und Empfindnngsleben nicht unter der Controlle unserer Hellen Sinne und unseres klaren Verstandes bliebe, sondern Sinn und Verstand sich an Gefühle und Empfindungen gefangen geben mufften, die Gefühls- und Empfindungs-Region ein gesondertes Reich unmittelbarer Erkenntniß bilden sollte, nicht mehr nur als ein Gebiet innerer, subjektiver Zustände, sondern als Herold und Kundgebung äußerer, von Sinnen nicht geschauter, vom Verstände nicht begriffener Einflüsse und Wesen verstanden würde! Mit anderen Worten, wo kämen wir hin wenn man ״Glauben" und ״Wissenschaft" von einander klüstcte und einen Dualismus der ״Wahrheit" statnirte, daß etwas von der Wissenschaft gerichtet und doch von dem Glauben als ewige Seligkeit bedingende und berettende Wahrheit präcvnisirt werden dürfte, und statt den einheitlichen Menschengeist zu dem einen Heiligthnm der einen, untheilbaren Wahrheit zu laden, wir zwei Altäre sich ewig befehdender Mächte des Glaubens und der Wissenschaft errichteten und den Menschen zu ewiger Zerrissenheit des Seins und Lebens trostlos verdammten?! Wenn aber dieses Ausrichten einer gläubigen Religion neben einer skeptischen Wissenschaft schon die verderblichste und verwerfllichste Lüge selbst in einem religiösen Gebiete wäre, das überhaupt nur ein ״Bekennen" gewisser ״Heileswahrhciten " und ein ״Anerkennen" des Inhalts gewisser Bekenntnißschriftcn fordert, somit überhaupt nur einen Einfluß aus das Innere des Menschen in Anspruch nimmt: um wie viel verderblicher und verwerflicher und von vornherein als Lüge gerichtet muß ein solches Anfinnen erschei- . neu, wenn es seine Geltung aus einem Gebiete wie dem des Indenthums erringen will, das ganz eigentlich seine Mission in Zerstvrung der Götter des Wahns und des Glaubens anerkennt, das mit aller Entschiedenheit nicht eine ״Religion" aus dem Innern des Menschen, für das Innere des Menschen gebären, sondern durch die Erkenntniß und Anerkcnntniß objektiv dokumentirter Gotteswahrheit die Religion vermittelst hellster StnneS- und Verstaudcs-Erkenntniß des Geistes in das Gemüth des Menschen pflanz en will, damit dann von dort aus die eine und dieselbe Wahrheit Geist und Gemüth, Leib und Leben bis in die äußerste Äen-

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