Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1861)
- Article
- Tischri
- Date
- 1861-10-01
- Page
- 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Ttschrt. den Glauben an ein eigenes Inneres so sehr substituirt, daß endltch, als der spekulative Verstand sodamr Religion und Religiöses aus Grund dieser Religionen in das Bereich der von ihm zu wür-. digenden ״Erscheinungen des Geistes" zog,. Gott, das Objekt aller Religionen und der objektive Grund alles Seins, alle Objektivität, d. h. alle wirkliche und wahrhaftige Wesenheit, alles wirkliche und wahrhaftige außermenschliche Sein verlor, seine ganze Existenz nur als Erscheinung der inner!, Welt des Menschen behielt, der angeblich als ״Menschheit" in' immer vollkommener Entwickelung ganz eigentlich den ״Gott" in ewig fortschreitender Vollendung zu produciren habe, also, daß, während die alte Einfalt damit begann Gott als den Schöpfer des Menschen zu verehren, die modernste Weisheit damit endete den Menschen als den Schöpfer Gottes zu glorificiren — eine Verirrung, die schon der alte Weise mit den Worten geißelt: "'אמרתי אגי בלבי על רברח בגי האדם לברם האלרי, ich sann i» meinem Herzen über das Vergeben der Menschen als hätten sie den Gott immer geläuterter zu pro duciren," und ihr schon das Prognostikon stellte, daß sie mit vollendetem, entsittlichendem Materialismus enden, daß sie damit enden werde: לראות שהם בהמה המה להם, zu sehen, daß sie, nachdem sie Gott aus der objektiven Welt gestrichen, aus sich selbst hingewiesen, endlich zu der großen Einsicht gelangen, in dem Menschen nichts als ein höheres ״Vieh" zu erblikken, ולראות שהם בהמה המה להם! Man hatte ferner übersehen, daß, Gott und Religion in das Bereich des dunkel tastenden Gefühls und des tranmarttg ahnenden Glaubens verweisen, diesen dunklen Regionen des Seelenlebens eine Berechtigung zuerkennen heiße, die dann mit ganz gleicher Entschiedenheit für jede Ausgeburt wähnenden Meinens, empfindenden Ahnens, kurz für jedes Gebilde phantastischsten Träumens in Anspruch genommen werden kann, für welches irgendwo, und irgendwie Menschen auf ihr subjektives Jnnegewordensein sich berufen möchten, Gott und Religion in dieselbe Kategorie des Seins verweisen heiße, in welcher mit eben solcher Berechtigung aller Spuck des Teufels und des Aberglaubens auf Anerkennung zu pochen sich befugt halten darf. In ler That sehen wir auch die Zeit kirchlicher Restauration auf Grund religiösen Fühlens und Glaubens in eben so üppiger Blüthe auch den Glauben an Hellsehereien, Geisterklopfen u, s. w. bis zu