Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 12 (September 1861)
- Article
- Aus einem Briefwechsel über die Psalmen
- Date
- 1861-09-01
- Page
- 623 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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übrr die Psalmen. 7. 623 dern ein psychisches Ueberwälttgen 'zu bedeuten, und insofern auch begrifflich mit -בע, Gewaltinhaber, verwandt sein. Daher wohl auch בהל eingenommen sein: נפשם בחלה 2׳, ihre Seele ist gegen mich eingenommen, von einer Antipathie gegen mich befangen. Höchst bedeutsam steht hier בהל mit עצמים verbunden, seine Glieder sind gelähmt weil נפשי נבהלה seine Seele gelähmt ist, weil der Geist, der die Glieder trägt und bewegt, selbst in Fesseln liegt, und eben hier, in dieser Erkrankung und Lähmung des geistige» Momentes seines Wesens liegt die ganze Hoffnungslosigkeit seines elenden Zustandes ונפשי נבהלה מאוד, gerade mein Geist, von dem aus auch dem Leibe wieder neue, frischdKrast würde zustrvmen können, gerade der liegt am allererst und zu allermeist in Banden. — 'ואתה ר! und du bist doch 'ד! Der Begriff ״Ewiger", mit welchem man uns gewöhnt hat diesen Gottesnamen wieder zu gegeben, ist weit, weitab von dem Gedanken, den dieser Name auch nur in seiner einfachsten Betrachtung uns zu vergegenwärtigen bestimmt scheint. ״Ewigkeit" ist ein transcendentaler Begriff, der mir nichts, durchaus nichts über die Beziehungen des Objekts, dem ich dies Prädikat beilege, zu mir oder zu irgend etwas in der Welt offenbart. Der Gedanke eines ״Ewigen" läßt uns kalt, ja rückt wo möglich dieses Ewige, oder diesen Ewigen in noch größere, höhere transcendentale Ferne über uns und zeigt uns höchstens die Kluft, die das ״Ewige" von uns, vergänglichen Ephemeren trennt. Wir können uns selbst einen ewigen Stein, einen ewigen Felsen denken. Das ״Ewige" weckt höchstens unsere Bewunderung, nie aber unsere Anbetung, wir können es weder fürchten noch lieben. Das Ewige, lediglich als Solches, steht in keiner Beziehung zu uns uud ist daher kein fruchtbarer Gedanke für unsere Beziehungen zu ihm. Der Name 'ד weist aber schon durch seine grammatische Form nicht auf einen intransitiven Zustand, sondern aus eine transitive That. Vgl. ׳הושיע. Der Name spricht sich daher nicht als der ewig Seiende, sondern als der Sein Schaffende, Dasein Spendende aus, und indem ferner die Form eine zukünftige ist, so führt dieser Name uns nicht sowohl Den vor die Seele, der alles Seiende geschaffen, der alles Dasein einmal gegeben, auf den also vielleicht als Schöpfer alles Gegenwärtige nur in tausendster Vermittelung zurückzuführen wäre, der aber der Gegenwart und dem die Gegenwart völlig fremd