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Jeschurun · 1861-09-01 · Heft 12 (September 1861) · p. 618

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 12 (September 1861)
Article
Aus einem Briefwechsel über die Psalmen
Date
1861-09-01
Page
618 (sequence 4)
Language
German
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618 Aus einem Briefwechsel ואני ,ברב חסדך u. s. w. ״Ich aber u. s. w." Im Gegensatz zu diesen spricht David seine Stellung zu Gott und sein Streben aus. Und zwar nicht, daß er, im Gegensatz zu diesen, bereits der Mann der Wahrheit und der Gerechtigkeit und der vollendeten Pflichttreue wäre, sondern: ״Ich aber, ich gehe in dein Haus, Werse mich ganz hin zur Machtstätte deiner Heiligkeit, erfüllt von Ehrfurcht vor dir (oder: getrieben von Ehrfurcht vor dir), (und bete): Gott, führe mich in deiner Milde um meiner Beschauer willen, ebene vor mir deinen Weg!" Also nur das S rreben nach dem Wandel in Gottes Wegen und nur den Antrieb zu diesem Streben: 'יראת ר, die Gottesfurcht, wagt er sein zu nennen, und selbst dieses Streben und diesen Antrieb zu diesem Streben, seine Gottesfurcht, schreibt er nicht seinem Verdienste zu: ברב חסדך er erkennt es als ein überschwengliches Maß göttlicher Gnade, daß ihm mitten in einer Welt so vielfacher Täuschung und Abirrung das Gottesbewußtsetn so lebendig geblieben, daß dieses ihn aus dem blendenden und verwirrenden Gebiete der Welt in Gottes Haus führt, dorthin, zu der überwältigenden Stätte — תיבל rad. יכל — des göttlichen Heiligthums, wo in ewig unwandelbaren Zügen das Ideal der zu Gott emporstrebenden Menschenbestimmung und des sodann zum Menschen niedersteigenden Gottessegens ausgeprägt ist und so ganz eigentlich das Bild jenes Morgens der Gedankenanschauung gegenwärtig gehalten wird, dem die Menschheit, trotz aller noch widerstrebendcn sittlichen Verdunkelung, entgegengeht, — und von diesem Ideale überwältigt — ״ — אשחחוהwirft" er sich demselben ganz hin und bittet um Beistand in diesem Streben למען שורר׳,«® aller derer willen, die aus ihn schauen. David war nun einmal in den Vordergrund getreten, hatte es nun einmal gewagt für die hingebende Pflichttreue als die einzige Bestimmung und das einzige Glück des Menschen ein öffentliches Wort zu reden, und hatte dadurch nur um so mehr den kritischen Blick der Welt auf seinen eigenen Wandel gezogen. Der Ausdruck für diesen kritischen Blick scheint eine der Bedeutungen der Wurzel שור zu bilden. שור heißt nämlich: das dem gewöhnlichen Blick Entzogene schauen. Daher : in räumliche oder zeitliche Ferne sehen שור שהקים, אשורנו ולא עתה. Daher wohl auch שור die Mauer, die dasjenige sieht, das den Blick Anderer, eben durch sie, entzogen ist. Daher auch, das Unsichtbare schauen und diesem

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