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Jeschurun · 1861-08-01 · Heft 11 (August 1861) · p. 603

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Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 11 (August 1861)
Article
Frankreich : Jüdische Zustände in Frankreich ... [Nachricht]
Date
1861-08-01
Page
603 (sequence 3)
Language
German
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603 des Judenthums itt den Händen der Regierung, oder was dasselbe sagt, in ihren eigenen Händen zu ccntralisiren, als die Bedürfnisse der französischen Synagoge zu studireu und zu befriedigen, ihre Rechte aufrecht zu halten, ihre Autonomie und die ihr gebührende Achtung — — — Das Ccntralconfistorium, der Mandatar, der Gesandte, der Patriarch des Judenthums, steht man cs nicht weit öfter in den Bureaux des Ministeriums, bei den Staatscercmonien, im Palaste des Fürsten und in den Tempeln des Christenthums, als bei dem Gottesdienst unserer Synagoge,t und in de!! Versammlnngen unserer Brüder? Wir wollen nicht sagen, daß es gegen uns ist, wir sagen auch nicht, daß es für uns ist, aber sicherlich ist es nicht mit uns. Gehen die Sachen so fort, so wird die Sache der Religion immer mehr und mehr von der weltlichen Macht absorbirt und die Synagoge, schon jetzt den Händen des Staats verpfändet, wird sich nie wieder loskaufen können und nie sich wieder selbst angehören. Der Staat, der bis jetzt nur das Recht der Sanktion und des Schutzes der inneren jüdischen Angelegenheit beansprucht, wird damit enden sich in die Details unseres Kultus einzumtschen, bet der Regelung unserer Ceremonien und gottesdienstlichen Uebungen zu tnterveniren, reformatorische Veränderungen zu empfehlen, d. i. sie zu befehlen, um so mehr, da er sich ja dazu ganz eben so viel Besugniß als seinen Agenten, den nichtgeistlichen Mitgliedern des Ceutralconsistoriums zu erkennen darf, die ja auch ohne die geringste dazu erforderliche Qualifikation, eine wahre geistliche Macht unter uns ausüben. Anerkennenswerthe Akte der Wohlthätigkeit und jüdischer Bruderliebe sind in letzter Zeit unter uns geübt worden. Herr Bischofs» heim, Banquier zu Parts, hat ganz kürzlich eine Stiftung gegrünbet, deren jährliche Renten sich auf 15,000 Frs. belaufen. Drei Städte, in welchen der großherzige Stifter nach einander gelebt hat, werden die Wohlthat dieser Stiftung genießen: Amsterdam, Mainz und Paris, welches letztere jährlich 7500 Frs. erhält. Diese Summe ist zur Unterstützung junger Israeliten bestimmt, welche sich irgend einer achtbaren Carriere widmen. Eine jüdische Dame, Mlle. Reuget, hat ihr ganzes Vermögen, welches sich auf 120,000 Fr. beläuft, dem Pariser Consistorium zum Beste» der Wohlthätigkeitsanstalten vermacht. Die Familie der wohlthätigen Verstorbenen soll gegen die Legalität des Testaments einen Prozeß erhoben haben. Ein ans Hamburg Gebürtiger, der vor einigen zwanzig Iahrcn sich in Nantes etabltrt hat, wo er ganz zurückgezogen ohne Verkehr mit der Gemeinde gelebt hat, ist kürzlich dort gestorben und hat der Gemeinde eine Schenkung von 3000 Frs. gemacht, den Ar-

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